Sonntag, 11. November 2012

Publikumspartizipation

pantera


diese woche meldete NME News, daß sänger Robert Plant während eines auftritts im rahmen der südamerika-tournee mit seiner aktuellen begleitband Sensational Space Shifters, im Luna Park, buenos aires, argentinien, von einem angreifer umgestoßen wurde. man hatte gerade das letzte lied beendet (Led Zeppelin´s "rock and roll"), Plant verabschiedete sich vom publikum, als ein junger mann auf ihn zustürmte. nicht überliefert ob dieser wegen der geplatzten Zep-reunion verärgert war oder Robert bloß stürmisch umarmen wollte, doch ein aufmerksamer sicherheitsmitarbeiter warf sich ihm entgegen. Plant kam zwischen die beiden und wurde umgerissen. der nunmehr bereits 64-jährige ex-Zeppelin-frontmann war jedoch (erstaunlicherweise) umgehend wieder auf den beinen, beruhigte die situation und man verschwand anschließend in die backstage-räumlichkeiten. der eindringling wurde entsorgt.
dieser vorfall erinnert natürlich sofort an die attacke auf Noel Gallagher am 7. september 2008, während des Oasis gastspiels beim V-Festival im Island Park, toronto, ontario, kanada. ein gewisser Daniel Sullivan kam von hinter der bühne und stieß den älteren Gallagher-bruder, während jener gerade seinen gitarrenpart zu "morning glory" ablieferte, mit voller wucht über den monitor. Sullivan wurde von der security umgehend dingfest gemacht, während der verdutzte Noel in die garderobe gebracht wurde. nach einer unterbrechung spielte die band schockiert das set zu ende. drei gebrochene rippen, blaue flecken, prellungen plus sonstige wehwehchen blieben davon. als folge konzertabsagen, verpaßte promo-termine und daraus resultierte angeblich der müde verkauf des longplayers "dig out your soul". für Daniel Sullivan gab es ein jahr hausarrest, seine frau lief ihm mit den kindern davon, er wurde von Oasis-anhängern bedroht, reportern/innen belagerten ihn und zusätzlich hatte er noch eine haftungsklage am hals.
ärger als Noel erwischte es einst den seligen Frank Zappa. am 10. dezember 1971, fast eine woche nach dem feurigen gig im Casino Barrière De Montreux, spielte Zappa And The Mothers Of Invention im londoner Rainbow Theatre. als zugabe brachte man gerade "i want to hold your hand" von The Beatles, als der aufgebrachte besucher Trevor Howell auf die bühne rannte und Frank in den orchestergraben stieß, wo dieser regungslos liegenblieb. als andenken daran gab es für den bandleader, neben einem ordentlichen brummschädel, einen verletzten nacken, schulterprellung, kehlkopfquetschung, aufgeschlagenes kinn, gebrochene rippe als auch beinfraktur - machte in summe einen spitalsaufenthalt, der in einen mehrmonatigen rollstuhl-fesselung mündete. der flüchtende bösewicht konnte von der Mothers-roadcrew gestellt, bearbeitet und anschließend der polizei übergeben werden. zwölf monate knast faßte er aus. bezüglich seines motivs gab es zwei versionen: einerseits sollte seine freundin Frank verehrt haben, andererseits ging ihm die (seiner meinung nach) lahme performance auf die socken.
wie man sich bei angriffen zur wehr setzt, bewies z.b. der im jänner 2010 an einer überdosis verstorbene, amerikanische garage-punk Jay Reatard. er war aufgrund seiner provokanten bis abwertenden art nicht gerade beliebt. ob in den eigenen reihen oder mitunter auch beim jeweiligen publikum bzw. den eigenen fans. von der bühne weg verpaßte er schon mal einem aufmüpfigen zuseher einen tritt oder beschimpfte ganze reihen. während eines konzerts von ihm und seiner truppe im Emo´s in austin, texas, u.s.a., im dezember `09, wurde er kurz hintereinander von zwei besuchern bestürmt. der erste, mit erhobenen fäusten auf ihn zukommend, wurde noch von den aufpassern abgefangen, der zweite versetzte Reatard einen schlag, worauf ihn dieser mit dem mikrophon-ständer bearbeitete. als die situation unter kontrolle war, zeigte Jay der menge den mittelfinger und verschwand. auch Rolling Stones gitarrist Keith Richards ist offensichtlich kampfbereit, wenn es darauf ankommt. am 19. dezember 1981, im Hampton Coliseum, virginia, u.s.a., im rahmen der Tattoo You Tour, lief plötzlich ein unbekannter, während "(i can´t get no) satisfactiion", auf Mick sowie Keith zu. als letzterer ihn erblickte nahm er seine Fender Telecaster ab und verwendete sie zur verteidigung als keule, worauf sich der angreifer sofort in die arme der securities rettete. diese wachsamkeit hätte man den ansonsten eher lethargisch wirkenden piratenverschnitt kaum zugetraut.
nun, ein oder zwei angreifer sind ja eventuell noch zu bändigen und mädels, die einem um den hals fallen, mitunter auch erwünscht, doch was macht man bei einem wildgewordenen haufen? entweder davonlaufen oder die birne hinhalten, so wie der chilenische punk-vierer Machuca, im juli 2007 in santiago, chile. als sie mitten im set einen song dem fußballteam von CF Universidad De Chile widmeten, wußten sie angeblich nicht, daß sie sich im zentrum des rivalen CSD Colo-Colo befanden. oder wollten bloß provozieren beziehungsweise ihr fuck-you attittude zur schau stellen und bekamen dafür ein paar hinter die löffel - fair trade, denn so dämlich kann man eigentlich nicht sein. jedenfalls war eine stage invasion die folge. mühsam konnte von den roadies wieder alles beruhigt und der auftritt fortgesetzt werden.
amüsanter da schon das gastspiel des rappers 50 Cent im mai `08 in luanda, angola, afrika, mittlerweile eine der teuersten städte der welt, wo jedoch zwei drittel der bevölkerung in armut leben. mit elektrokabel-großen goldketten um den hals, wird man ebendort schnell zum opfer. so enterte ein juwelen-kenner die bühnenbretter und riß dem reimeschmied sein statussymbol vom hals, um anschließend wieder zurück in die menge zu springen. doch 50 Cent hängt an seinen werten und stieß geistesgegenwärtig einen bodyguard hinterher. mit vereinten kräften konnte man schlußendlich dem dieb habhaft werden und das gute stück sicherstellen.
tragisch und ohne happy end hingegen der gewaltakt gegen gitarrist Darrell Lance Abbott, besser bekannt als Dimebag Darrell. er gründete einst u.a. mit seinem bruder, schlagzeuger Vinnie Paul Abbott, die trash metal formation Pantera und als diese implodierte, hoben die beiden gemeinsam Damageplan aus der taufe. am 8. dezember 2004 performte man vor gut 200 metalheads in der Arosa Villa in columbia, ohio, u.s.a., als während des eröffnungssongs Nathan Gale mit einer feuerwaffe die bühne erklomm, 5 mal tödlich auf Dimebag schoß, 3 weitere leben auslöschte sowie 7 leute verletzte, ehe er von einem polizisten getötet wurde. nach längeren untersuchungen kam heraus, daß Gale schwere psychische probleme hatte, welche zur vorstellung führten, die band würde seine gedanken lesen, seine ideen klauen und ihm darüberhinaus noch auslachen.
man merkt schon, so ein rockstar-leben ist nicht immer eine wundertüte mit sex, drugs und rock & roll drinnen, sondern hat auch seine schattenseiten, wo manchmal die sonne nie wieder auftaucht.

Sonntag, 4. November 2012

Fischgesänge

the-monkees


letztes mal war es wegen scheinbar technischer probleme nicht möglich hier einen beitrag zu posten. somit heute der text vom vorigen sonntag. jener von diesem folgt in einer woche. der vom kommenden dann übernächsten.
darauf ...........


vor kurzem wurde Fabrice "Fab" Morvan als stargast einer in wien stattgefundenen fashion-show präsentiert. er bildete gegen ende der 80er mit partner Robert "Rob" Pilatus das pop-duo Milli Vanilli (in anlehnung an Scritti Politti). übrigens war Fab der typ mit den kulleraugen. gemeinsam stürmte man, unter dem diktat des produzenten Frank Farian, mit hits wie "girl you know it´s true", "blame it on the rain" oder "girl i´m gonna miss you", die internationalen hitparaden. 1990 staubte man sogar den (amerikanischen) Grammy für best new artist `89 ab. dieser erfolg ließ bei den beiden sprichwörtlich die gäule durchgehen, denn sie sahen sich nun auf einer stufe mit The Beatles, Simon & Garfunkel oder Sam & Dave. nur sangen wie spielten Rob & Fab bei ihren schlagern keinen ton. biedere studio-musiker, welche für das scheinwerferlicht nicht unbedingt taugten, erledigten diesen job und die beiden bewegungs-künstler schnitten in den begleit-videos dazu die grimassen. mittlerweile begann es im hintergrund bereits zu rumoren. einer der tatsächlichen sänger, Charles Shaw, war frustbedingt an die öffentlichkeit gegangen, konnte aber ruhiggestellt werden. trotzdem wollten Morvan & Pilatus am nächsten longplayer selbst singen beziehungsweise meinten, Farian eigentlich nicht mehr zu brauchen, tourten in den staaten. ebendort blieb dann während einer show das playback-band hängen. kurz danach ließ Frank Farian die bombe platzen. die wogen gingen hoch, vor allem in u.s.a. . der Grammy mußte zurückgegeben werden, die dortige plattenfirma strich sie aus dem repertoire (obwohl sie angeblich bescheid wußte), klagen von nunmehr unzufriedenen käufern/innen wurden eingebracht, schmerzensgeld gefordert, etc. . Fabrice & Robert konnten auf sich selbst gestellt nicht mehr durchstarten und trieben dahin. aber auch Farian lief mit seinen nunmehr Real Milli Vanilli auf grund. Rob starb 1998 an einer mischung aus alkohol sowie drogen, Fab gibt heute noch seine version der ehemaligen hitparaden-raketen zum besten und Frank erzählt immer noch seine alten geschichten - doch zu ihm kommen wir noch (-mals).
persönlich habe ich dieses ganze tamtam um das duo schon damals nicht verstanden. okay, die credits behaupteten, daß der gesang von den beiden gekommen wäre, keine erwähnung der wahren künstler, aber sie waren definitiv nicht der erste act, dem musikalisch, mehr oder weniger, unter die arme gegriffen wurde.
als premieren-single des frischformierten folk-rock-fünfers The Byrds, bestehend aus Roger McGuinn (gesang, gitarre), David Crosby (gitarre, gesang), Chris Hillman (baß, gesang), Michael Clarke (schlagzeug) als auch Gene Clark (tamburin, gitarre, gesang), sollte die Bob Dylan komposition "mr. tambourine man" eingespielt werden, doch dem von Columbia Records eingesetzten produzenten, Terry Melcher war das quintett noch zu wenig erprobt. so setzte er bei der aufnahme des songs, plus der b-seite "i knew i´d want you", auf erprobte studio-cracks. einzig McGuinn ist auf der juni `65 veröffentlichung vertreten. im fernsehen wurde aber die band zum produkt gezeigt. kurz darauf folgte der nach dem hit betitelte longplayer, wobei die plattenfirma ebenso auf die bewährten lohn-musikanten setzen wollte, doch die original-mitglieder konnten Melcher überzeugen und durften ran. dennoch halten sich hartnäckige gerüchte, daß der eine oder andere part beigesteuert wurde. über die (spätere) perfektion der truppe gibt es heute aber keinen zweifel mehr.
The Monkees war zuallererst eine sitcom des u.s.-senders NBC, inspiriert vom The Beatles streifen "a hard day´s night" und lief von september `66 bis gegen ende `68. die produzenten suchten vorab via anzeige darsteller, die vor allem optisch wie schauspielerisch gut rüberkommen würden. fast 500 anwärter meldeten sich und das rennen machten Davy Jones, Mickey Dolenz, Michael Nesmith plus Peter Tork. sie gaben das nach vorlage der pilzköpfe präsentierte quartett, um welches sich alles drehen würde. im ersten monat der ausstrahlung erschien auch die debüt-7-inch der hauptdarsteller, "last train to clarksville". ein no. 1 hit gefolgt von der erstlings-lp "the monkees", welche gleichfalls an die spitze schoß. jedoch bot der dicht gedrängte drehplan wenig zeit für studio-präsenz und auch die fingerfertigkeit ließ (noch) zu wünschen übrig. Jones als auch Dolenz stellten wohl abwechselnd gesangs-parts zur verfügung, Nesmith durfte sich als songwriter versuchen, doch generell war man musikalisch wenig beteiligt, sessionmusiker lieferten den großteil der arbeit ab. gleiches gilt für den nachfolge-longplayer "more of the monkees" (anfang `67). erst ab der dritten langspielplatte ("headquarters", mitte `67) setzte sich der, mittlerweile auch durch konzerte erprobte, vierer bei den verantwortlichen durch und durfte selbst werken. die abermalige top-position gab ihnen recht.
die konkurrenz-tv-anstalt ABC hatte von september 1970 bis märz 1974 The Partridge Family im programm. eine situation comedy über 5 geschwister, die mit ihrer verwitweten mutter musik und infolge karriere machten. auch hierzu wurden begleitende tonträger veröffentlicht und gleichfalls spielten renomierte fremdmusiker das material ein. einzig der (aus späterer sicht) erfolgreichste darsteller, DavidCassidy, sowie teilweise mutter Shirley Jones, waren an den aufnahmen beteiligt. der rest bewegte vor der kamera bloß lippen wie hände zum bösen spiel.
writer, producer, manager Mike Leander stellte seinem (damaligen) schützling, dem (mittlerweile) von der glam-ikone zum kotzbrocken mutierten Gary Glitter, als das erdachte konzept zu greifen begann, mit anfang `73 eine begleitmannschaft, die zu beginn Glittermen genannt wurde und schließlich The Glitter Band hieß, zur seite. sie werkten für Gary aber nur live oder posierten bei photo-sessions sowie tv-shows, denn im studio arbeiteten hauptsächlich Glitter mit Leander. in weiterer folge starteten Gerry Shephard (gesang, gitarre), Peter Phipps (schlagzeug, keyboard), John Springate (gesang, baß), Harvey Ellison (saxophone), Tony Leonard (schlagzeug) sowie John Rossall (posaune, nur erste lp) parallel und ebenso unter The Glitter Band (am ende The G. Band) ihr eigenes ding und dabei spielten sie alles & wirklich selbst.
abermals Frank Farian, meister der manipulation. er startete 1975 ein studioprojekt namens Boney M. und die erste single "baby do you wanna bump?" wurde zum erfolg. somit brauchte er gesichter dafür und nach anfänglichem hin & her fand er diese in form von Liz Mitchell, Marcia Barrett, Marzie Williams sowie Bobby Farrell. jedoch waren im studio für diesen zweck lediglich Liz als auch Marcia brauchbar, der rest hüllte sich in schweigen. es reichte dennoch oder gerade deswegen für weltweiten erfolg. gassenhauer wie "daddy cool", "ma baker" bzw. "belfast" bringen auch heute noch das blut in wallung.
das disco-ensemble Village People wiederum, sorgte mit chart-stürmern wie "ymca", "in the navy" oder "go west" nicht nur in der gay-community für rauchende hände als auch zuckende glieder, nein, der erfolg breitete sich quer durch alle gesellschafts- wie neigungs-schichten aus und die titel wie verkleidungen dieser formation tauchen heute noch in tv- & film-produktionen auf. das ganze begann aber als idee des französischen produzenten Jacques Morali, der ein paar songs geschrieben hatte, auf den sänger, schauspieler sowie später co-autor Victor Willis (polizeiuniform) stieß und mit ihm und den ebenso von Morali entdeckten Felipe Rose (native american) daraus die im juli `77 veröffentlichte langspielplatte "village people" zimmerte. für vorab photo-shootings sowie promo-aktivitäten brachte Willis seinen bekannten Alex Briley (söldner) mit. für den rest der mannschaft wurden gleichfalls unbeteiligte engagiert. als dieser output zündete, brauchte man personen für club- und network-auftritte. bei den nun getätigten umbesetzungen nahm man mehr rücksicht auf musikalische eignung. zu den bereits genannten kamen David Hodo (bauarbeiter), Randy Jones (cowboy) als auch Glenn Hughes (biker) dazu. sie alle zusammen bildeten die ultimative truppe. trotzdem war auch hier nicht alles so, wie es möglicherweise für die breite masse rüberkam.
man merkt schon, es ist nicht immer alles gold was glänzt. generell sei gesagt, musiker/innen, die als optischer oder image-mäßiger aufputz herhalten, jedoch handwerklich kaum brauchbar sind, gab & gibt es immer wieder. studio-musiker/innen, welche wichtige passagen einspielen - dafür sind sie da. live-alben, die nachgebessert wurden, sind heute klassiker. multitrack tape, Auto-Tune und sonstige hilfsmittel machen das kraut fett. nicht immer waren & sind aufklärende liner-notes oder booklets vorhanden oder erwünscht. aber eine computer-file bietet diesbezüglich überhaupt keine information und welche/n downloader/in juckt dies wirklich?

Sonntag, 21. Oktober 2012

Rentabilitätsgesichtspunkt

ads


wenn zum beispiel eine junge band mit einem ihrer titel in der werbung unterkommt, dann hat dies, zumindest für mich, keinen sauren nachgeschmack. ganz im gegenteil, bin erfreut, daß sie einem größeren publikum zu ohren kommen und finanziell auch etwas butter aufs brot bekommen. sich ihre arbeit, wenngleich auf umwegen, rentiert. hierbei kann man wohl kaum von ausverkauf sprechen. es sei denn, die truppe versucht infolge diesen möglichen werbe-hit mit dem nächsten output zu reproduzieren, um eventuell den neugewonnenen fans zu gefallen. da blieben wohl einige alte anhänger/innen auf der strecke. jedoch hätte man möglicherweise die zig-tausend neuen gehalten - ausverkauf hin oder her.
auch für ältere acts, die vielleicht bereits einige alben am start hatten, welche aber zumeist bereits in der ersten kurve zum ruhm liegengeblieben sind, käme solch eine werbeuntermalung wie gerufen. es wäre auch hier zu begrüßen, wenn nach langem, beschwerlichem weg, doch noch etwas rentables rauskommen würde. blöd natürlich für die eingesessene gemeinde, sollte der/die künstler/in mit fliegenden fahnen zur neuen anhängerschaft überlaufen und plötzlich einen auf everybody´s darling machen. da bleibt einem/r nur über, sich einen anderen loser-act zu suchen, schwirren ja ohnehin genug herum.
aber etablierte musiker/innen, die ohnehin mit erfolg gesegnet waren und immer noch gut im geschäft sind, müssen doch nicht alle möglichkeiten ausschöpfen und ihre alten hymnen in fernseh- bzw. radiospots zu versilbern. gut, mit ihrer musik können die schöpfer/innen wohl machen was sie wollen - geistiges eigentum und so - doch andererseits, sofern man einst die single davon kaufte, das dazugehörende album erwarb, eventuell den track auf einer compilation sowie dem obligaten live-longplayer daheim hat und seriöserweise auch noch für den download zahlte, so hat man gleichfalls ein gewisses recht an diesem lied. klingt vielleicht vermessen, aber dann ist man so etwas wie ein shareholder. der song mag ja keine besondere bedeutung für den/die autor/in haben, weil er in etwa zwischen erster zigarette des tages und morgendlichem stuhlgang entstand. wobei im besten fall der refrain auf dem letzten blatt toilettenpapier entworfen wurde, welches gut & gerne noch gebraucht worden wäre. doch für den fan macht er gegebenenfalls sinn, da er beim ersten mal rumfummeln auf der rückbank, im autoradio lief, oder half über eine gröbere enttäuschung hinwegzukommen. was wiederum so mancher/m naiven das gefühl gab, dieser titel wäre nur für sie/ihn selbst geschrieben worden bzw. man läge gar auf einer wellenlänge. plötzlich hört man ihn jahre später als werbeuntermalung für dinge, die man gar nicht braucht. wer freut sich wirklich, wenn seine/ihre liebsten musikstücke im werbefenster laufen? in filmen wie auch fernsehserien mag es ja noch cool bis amüsant wirken, jedoch alles andere ist der alt-anhängerschaft oftmals schwer zu verkaufen. nebenbei hat wirklich kreative werbung ihre eigenen melodien.
für die musiker/innen kann das ganze natürlich eine menge an rentabilität nach sich ziehen, keine frage. neuauflagen, neuerlicher charts-eintritt, best-of samplers, tourneen, besserer plattenvertrag, bezahl-downloads, etc. . da muß man wohl charakterstark sein, um all diese möglichkeiten durch ein veto auszuschalten. was wiegt dagegen schon ein bißchen schlechte nachrede. obwohl, man könnte auch unschuldig zum handkuß kommen, sofern die rechte gar nicht mehr im eigenen besitz sind und man weder bejahen noch verneinen kann. nur weil man einst etwas unterschrieben hat, ohne es durchzulesen beziehungsweise man über den tisch gezogen wurde, wie es in der künstlersprache heißt. ist somit über die verwendung selbst entzürnt, da man in erster linie gar nichts daran verdient und zu allem überdruß noch ein paar verärgerte fans am arsch hat. die oberhalb erwähnten, möglichen folgeerscheinungen könnten aber die schmerzen lindern.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Globalisierung

charisma


immer wieder werden unternehmen zu bestehenden konzernen hinzugefügt oder treten plötzlich unter neuem namen auf, weil sie geschluckt, übernommen als auch neuaufgestellt sowie im anderen fällen fusioniert wurden. irgendwie erinnert dies an das videospiel Pac-Man. mitunter ändert sich nur das kleingedruckte, möglicherweise das produkt (weniger für mehr), bloß das logo, eventuell auch alles, falls die zahlen hinterherhinken. manchmal wird das ganze auch einfach entsorgt und abgeschrieben. was die unzähligen kleinen bis größeren, jedoch oft etablierten, unabhängigen plattenfirmen betraf, lief es über die vergangenen jahrzehnte ähnlich. da wurden von den big players der branche anteile aufgekauft und mit der zeit aufgestockt, infolge besitzer/innen ausgekauft oder mitübernommen und mit irgendeinem vielsagenden titel ins büro hinten links gesetzt, bis sie dann verschwunden waren und somit auch das letzte bißchen eigenleben der firma, die dann schlußendlich nur mehr als sublabel für hoffnungslose acts fungierte oder ausschließlich auf dem etikett der wieder-wieder-veröffentlichungen aufschien. der anfang vom ende dieser mehr oder weniger kleinen war zumeist geldknappheit oder die hoffnung auf mehr wachstum. ging anfangs häufig gut, doch kostete es am ende seinen preis.
da fallen einem/r natürlich sofort einstige aufsteiger wie Richard Branson, der zu beginn mit Simon Draper wie Nik Powell als partner sowie Mike Oldfield´s "tubular bells" als starthilfe, anfangs von einem plattenladen aus, Virgin Records zum führenden independent label weltweit formte, ein. heute ist der einstige vorzeigebetrieb teil der EMI konkursmasse. oder Chris Blackwell, welcher mit Island Records jamaikanische musik ans europäische und später weltweite ohr brachte und auch sonst über die jahre ein gepflegtes, interessantes wie einflußreiches repertoire bot. ebenso (damals) am puls der zeit war Jac Holzman, der mit Paul Rickolt Elektra Records aus dem boden stampfte und (aus heutiger sicht) eine fundgrube mit erstklassiger musik durch die genres präsentierte. beide ehemaligen talentschmieden sind längst teil der industrie. Alan McGee war mit seinem unternehmen Creation Records ein wichtiger baustein der britischen musikszene der neuzeit. mittlerweile ist die plattenfirma von der bildfläche verschwunden.
natürlich gibt es heute noch & wieder, auf dem rücken des World Wide Web, viele start-up labels, die ihr eigenes süppchen kochen. häufig betrieben von idealisten/innen, die in dieser form ihrer leidenschaft dienen und womöglich von der heimischen garage aus die musikwelt erobern möchten. oder auch muiker/innen selbst, welche in erster linie für sich persönlich eine unabhängige plattform bieten möchten, aber auch um befreundete künstler/innen unter vertrag zu nehmen. letzteres tat Frank Sinatra schon 1960 mit der gründung von Reprise, oder Herb Alpert in zusammenarbeit mit Jerry Moss zwei jahre später via A&M. mitte der 70er brachten Led Zeppelin, im verbund mit manager Peter Grant, Swan Song an den start und fast 20 jahre später hatte Conor Oberst (Bright Eyes), unter federführung seines bruders Justin plus produzent Mike Mogis, Saddle Creek für gleiche aktivitäten.
ein oft auftretendes problem der kleinfirmen war, daß der idealismus die wirtschaftlichkeit verdrängte oder aufgrund eines erfolgslaufes die gäule durchgingen. für ersteres schlage man nach bei Factory Records, wo mit teilweise ruinösen editionen die kunst den ertrag auffraß bzw. der liberale umgang mit den schaffenden zum boomerang wurde. für zweiteres würde sich Casablanca Records anbieten, wo man in seiner blütezeit den grenzenlosen exzess lebte. leichter tat man sich natürlich, wenn bezüglich geschäftsgebaren, generell als auch speziell, etwas know-how vorhanden war. so wie beim ehemaligen journalisten und späteren manager Tony Stratton-Smith, welcher quasi für die von ihm vertretenen acts ende der 60er, das Charisma Label gründete. ähnlich lief es bei Don Arden´s Jet Records ende der 70er.
zweifelsohne haben einige dieser eigeninitiativen langfristige, zum teil heute noch gültige musiktrends gesetzt. Verve ist eine davon. 1957 vom producer wie promoter Norman Granz aufgestellt, steht es, nach all den auf & abs sowie durchreichungen der vergangenen dekaden, immer noch für jazz. ebenso Berry Gordy´s Motown Records, die black music hitfabrik schlechthin. jedes kind kann heute noch etwas mit dem damaligen begriff Motown-soul anfangen. oder Sub Pop, ein ehemaliges college-projekt, einst federführend in jenem genre, welches wir heute als grunge schubladisieren und trotz abgängen an der spitze, übernahmen, umgliederungen etc., steht es gegenwärtig immer noch für eine gewisse art von alternativer musik.
all die hier genannten kreativ-brutstätten, sofern noch existent, führen ein nischendasein innerhalb eines megakonzerns (ausnahme Saddle Creek), wo keine den anderen kennt. trotzdem schön in den alten geschichten zu schwelgen. doch hatte all dies schon in der cd-ära massiv an bedeutung verloren und heutzutage, im zeitalter von mp3s oder 4s, file-sharing, clouding und was sonst noch kommt, versteht man unter herkunft eines tracks wie auch artists maximal die festplatte. selbst bei den vinyl-(re)-releases wird es nur richtig interessant, wenn etwas im original artwork etc. wiederaufgelegt wird. aktuelle veröffentlichungen sind zumeist so originell verpackt wie fast food.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Schaukämpfe

big


laut NME news letzte woche, kam es am 29. september bei den alljährlichen BET Hip Hop Awards in atlanta, georgia, u.s.a., backstsage zu einem handgemenge zwischen rappers Rick Ross, der aus dem umfeld von Puff Daddy bzw. Diddy kommt und laut MTV einer der derzeit heißesten mcs sein soll, sowie Young Jeezy, welcher die United Streets Dopeboys hinter sich wähnt. ironischerweise sind beide mit Def Jam Records verbunden. laut TMZ sollen sich gleichfalls 50 Cent wie auch Gunplay eingemischt haben. passiert ist aber nicht wirklich etwas, da sich am ende mehr cops als rappers vor ort tummelten. das musikgeschäft ist eben showbusiness und dem publikum will etwas geboten werden, denn mit ehrlicher tonkunst verkauft man mitunter weniger als mit aufgeblasener promotion beziehungsweise dicker lippe.
natürlich versteht nicht jede/r einen ordentlichen spaß, ein wort gibt das andere und dieses läßt womöglich taten folgen, wonach gewisse sachen aus dem ruder laufen. gerade in der bulligen hip hop szene. siehe die einstigen grabenkämpfe zwischen East wie West Coast in den 90ern. wobei nicht nur protagonisten/innen involviert waren, sondern auch deren anhängerschaft sowie labels wie Bad Boy Records oder Death Row. was auch tote zur folge hatte. symbolisch dafür, die beiden lichtgestalten The Notorious B.I.G. (east) als auch Tupac Shakur (west), welche schlußendlich beide ins heimatliche gras bissen. ihre nachfolger, Jay-Z auf der einen sowie Nas auf der anderen seite, gingen es dann gemäßigter an, ein krieg der worte war angesagt und somit hüpfen heute beide noch über die bretter. auch bei den ladies gab es zoff oder beef, wie man in der community sagt. Nicki Minaj und Lil´ Kim lagen sich vor allem `09/`10 in den haaren und pimpten mit dieser fehde ihre credibility unter den jeweiligen homies.
bad boys bzw. girls for life eben, oder auch live on stage, denn schon der selige Michael Jackson mimte teils den bösen onkel (siehe videos zu "bad", "thriller") oder gab nun einmal gerne den entertainer auf der bühne, wenn auch jugendfrei, und absolvierte seine auftritte in einer mischung aus musical, drama und theater. dabei wurde, auch sollte es anders rüberkommen, nichts dem zufall überlassen, alles durch-choreographiert. gleiches galt für etwaige gaststars. genauso bei ex- Gunners gitarrero Slash, der, wie es scheint, sein solo nicht beenden möchte und somit Michael herausfordert. ähnlich Marilyn Manson, der im rahmen eines Rockpalast-auftritts seinen (damaligen) gitarristen John 5 hölzern attackiert. aber hier ist die schauspiel-kunst weit hergeholt und das ganze hat eher den flair von Mickey Mouse vs. Goofy, beim kinderrummel in Disneyland.
da haben andere aus der branche dramturgisch mehr zu bieten, wie die trash metaller Lamb Of God vorexerzieren. wochenlang im tourbus, eingepfercht zwischen schweißfüße und läusebirnen, da kann schon mal der deckel wegfliegen. zu sehen in diesem quasi intimen schwank auf Big Brother niveau. wobei sie anfangs wie die köter kläffen, jedoch abschließend im stil von pussy cats kämpfen. wie richtige (metal-) männer konflikte lösen, das zeigen Glenn Danzig sowie North Side Kings sänger Danny Marianinho im abgeriegelten, hinteren bereich eines konzert mit mehreren acts, bei dem die Kings, angeblich durch Danzig´s schuld, nicht mehr zum spielen kamen. Danny stellt seinen kontrahenten zur rede und dann ging alles ganz schnell. Glenn gab später in mehreren interviews zu protokoll, daß er sich ausknocken ließ, um klagen wegen körperverletzung zu vermeiden. die North Side Kings wiederum nutzten die kleine reiberei umgehend zu promo-zwecken.
ja, falls die bodyguards schlafen, kann es böse enden. obwohl jene, die mitunter auf das wohl der künstler/innen achten sollten, auch mal in die falsche richtung loslegen können, wenn sie gereizt werden. gesehen bei einem früheren Nirvana gig, wo der später ohnehin zum märtyrer aufgestiegene Kurt Cobain, ordentlich und gar nicht gespielt, etwas abbekam. zuviel show kann einem/r eben auch den magen verderben, grenzen sind verschiebbar und womöglich steht oder liegt man dann blöde da. aber hey, that´s entertainment und dafür muß der eine oder die andere schon mal die rübe hinhalten.
logo

der schallplattenfreund

jede scheibe hat zwei seiten

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Vinyl über alles!

in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

Aktuelle Beiträge

Top 5 Originellsten Filmszenen
das bedeutet schräg, jenseits der norm, aber doch mit...
turntable - 27. Aug, 00:37
Top - 5 - Songzeilen
eigentlich bin ich ja keiner, der liedertexte zerpflückt, analysiert,...
turntable - 27. Aug, 00:30
Top-5-Elvis-Filme
ELVIS und hollywood, das war eine 31-spielfilm-lange...
turntable - 26. Aug, 23:47
Top Songs Ever
die besten singles aller zeiten, welche auch die musikgeschichte zumindest. ..
turntable - 26. Aug, 23:37
Top-5-Weihnachtssongs
1) Band Aid - Do They Know It´s Christmas mit...
turntable - 26. Aug, 23:25

Status

Online seit 7766 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Aug, 00:37

Copyright

all the pictures used here, are taken from various Amazon-net-branches. except a few others, which are stolen elsewhere.

Credits

Web Counter-Modul


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren