Sonntag, 21. November 2010

Top 5 Britpop Alben

britischen pop, den gibt es zumindest schon seit die insel swingt, doch diese, hier besprochene, stilrichtung, war wieder mal so eine erfindung der schreibenden zunft, die eine etikette brauchte, für das um die wende zu den 90ern vermehrte aufkommen von jungen, gewaschenen, adrett gekleideten, schick frisierten (meist) studenten/innen, welche melodiösen, gitarrenbestimmten pop-rock fabrizierten und für gewöhnlich mit ihren texten über land, leute & kultur das geneigte volk in der seele trafen, ihnen identität gaben. jetzt hatte des königreichs musikpresse wieder frische, heimische gesichter, die in den magazinen etwas hergaben, auflagen steigerten und obendrein auch für skandale sorgten (zur not provoziert). dazu hing im hintergrund immer irgendwo der "union jack". britisch war wieder in.
was hatte man denn davor? grunge - da spielte britannia kaum eine rolle, shoegazing - dabei waren die musiker/innen eher öffentlichkeitsscheu, rave - die leute rund um "madchester", in ihren weiten hosen sowie mit schlapphüten, eigneten sich auch nicht unbedingt für die hochglanzmagazine. das nun "neue" entwickelte anfang der 90er eine eigendynamik via unabhängiger, selbstständiger, kleiner labels, bei denen oft ehemalige musiker oder journalisten an den hebeln saßen und die ein gespür für alles was dazugehört (außer dem kaufmännischen) hatten. nicht zu vergessen die stetige basisarbeit des legendären radio-djs John Peel.

mitte des jahrzehnts war der trend voll am kochen. london war der mittelpunkt der bewegung und der stadtteil camden town der nabel. die protagonisten/innen schlürften champagner und zogen sich koks durch die nase, die großen plattenfirmen waren längst mittendrin statt nur dabei und pumpten geld rein, als gebe es kein morgen. man bekam leichter einen record-deal als eine freie wohnung. es brauchte gar keine veröffentlichung mehr um auf das cover einer zeitschrift zu kommen, guter look sowie ein klingender bandname genügten. der blätterwald raschelte so richtig, die restlichen medien standen ihnen in nichts nach und man inszinierte eine fehde zwischen den beiden angesagtesten gruppen - Oasis + Blur - wie zu zeiten von Beatles & Stones, nur diesmal ging es tiefer. als zusätzliche triebfeder gab es noch einen (scheinbar) jungen, vitalen premierminister, der einen auf rock-fan machte, mit der stromgitarre nach art des "rattenfänger von hameln" hantierte und schlußendlich doch nur vom alten schlag war.
natürlich muß alles was derart aufgeblasen wird, irgendwann platzen und dies tat es auch - ende der 90er. das pulver war verschossen, die hauptdarsteller/innen verkatert bzw. im nachtleben versandet, klasse wich dem durchschnitt, die karawane war längst weitergezogen und die majorlabels blieben auf so manchen großeinkauf sitzen. selbstverständlich war es nicht das ende der britischen musik, bloß des phönomens "britpop". acts wie Radiohead (die wohl anfangs von jenem hype profitierten, sich aber rasch freischwammen), Stereophonics, Coldplay usw. nahmen die fackel auf und setzten zu höhenflügen an. auch so manche formation von damals ist noch/wieder aktiv, doch die besten zeiten sind geschichte.
hier nun 5 scheiben die oben schwammen;



oasis2
1) OASIS - Definitely Maybe
die fragwürdigkeit im titel wird schon nach wenigen
takten verblasen. dieser rotzfrech, kompromißlos,
launisch, arrogant sowie protzig dargebrachte erstling,
des infolge mehrmals umbesetzten fünfer, der sich
schlußendlich doch nur um das dominierende, stetig
zankende brüderpaar Gallagher, den Kain & Abel der
insularen musikgemeinde, drehte, steht in der hall
of fame der nationalen tonkunst. ebendiese wurde
vom quintett am beispiel von Beatles, Stones, Kinks,
Jam inhaliert und dem/der geneigten hörer/in vor
die füße gekotzt.


blur
2) BLUR - Parklife
waren eigentlich stets zweite gegen die brachiale
Gallagher bande, gewannen zwar die von der presse
angeheizte schlacht, verloren aber schlußendlich den
krieg. doch die vier kunststudenten, die auch so rüber-
kamen, schafften hiermit vorab einen longplayer,
welcher in der tradition von klassischem, englischem
songwriter-pop im stil von (frühen) Pink Floyd, Small
Faces und The Kinks gehalten ist und der die heimische
tradition wiederspiegelt. launisch angelegtes album mit
psychedelischer note.


suede
3) SUEDE - same
eine jener formationen, die diesen boom überhaupt
erst auslösten. londoner quartett, dem glam rock
verbunden, von Ziggy und seinen Spiders beeinflußt
und durch The Smiths inspiriert. sänger Brett Anderson
sowie gitarrist Bernard Butler hatten auch irgendwie
eine Bowie/Ronson bzw. Morrissey/Marr beziehung, die
bereits nach den aufnahmen zur zweiten (do)lp geschei-
tert war. melodiöser, pompös inszenierter, von theatra-
lischem gesang geprägter und von exzellentem gitarren-
spiel getriebener erstauftritt, der zu recht in den charts
ganz oben stand.


elastica
4) ELASTICA - same
drei-mäderl-haus mit quotenjungen am schlagzeug,
welches massiv vom post-punk beeinflußt war. sie
klebten so knapp an Wire, daß einst das wort "plagiat"
gemauschelt wurde. man konnte sich aber außergericht-
lich einigen. auch die Stranglers bekamen etwas ab.
spielten mit zwei gitarren und dies ist unüberhörbar.
non-stop-treibendes album, an dem man mit der luft-
klampfe nicht vorbeikommt. versuchten danach mehr
oder weniger verbissen einen nachfolger einzuspielen,
doch die gelebte partylaune forderte ihren tribut, auch
umbesetzungen halfen nicht. als sie aufblickten waren
alle anderen bereits nach hause gegangen.


pulp1
5) PULP - Different Class
die dienstälteste formation des genres. waren bereits
eine dekade am werken, als der britpop fahrt aufnahm.
hatten bereits unübersehbare personalwechsel rund
um sänger Jarvis Cocker, dem Austin Powers der u.k.
musikszene, als die welle sie mitriß. wurden mittels
drogenreferenzen sowie einem ungeplanten "brit awards"
auftritt des vokalisten, der zu Michael Jackson auf die
bühne sprang und mit dem hinterteil wackelte, ganz
nach oben gespült. klingen zeitweise als wäre Leonard
Cohen bei The Fall eingestiegen und dann wieder wie
Bacharach/David auf speed.


supergrass
5) SUPERGRASS - I Should Coco
mitte der 90er in london, da hörte man, wo auch
immer, irgendeine nummer aus dem debüt dieses
trios. in dreier-besetzung, kein instrument zu viel,
machten sie treibende, an den punk angelehnte,
mit T. Rex-tasy infizierte, (größtenteils) kurze sowie
einprägsame songs mit humorvollen texten, bei
denen man einfach nicht ruhig bleiben konnte.
eine nummer eins plazierung dieses werks ließ
sich nicht vermeiden.

Sonntag, 14. November 2010

Fremde Federn

pinups


finde immer wieder interessant, was bewegt (mehr oder weniger) begnadete singer & songwriter dazu, ein covers-album aufzunehmen? ist es bequemlichkeit, überbrückung einer kreativen krise, empfehlung von plattenfirma oder management, trotzreaktion, liebelei, huldigung oder um einfach zu zeigen, daß man diesen oder jenen song auch anders, eventuell besser interpretieren könnte? eine einzelne nummer spielt ja bald mal jemand ein, für b-seiten von singles wurde früher gerne hier & da stoff anderer künstler/innen verwendet, doch einen ganzen longplayer mit fremdmaterial, welches ohnehin bereits mindestens einmal veröffentlicht wurde, noch dazu wenn man selbst lieder schreibt, die im idealfall ebensogern von anderen artists neu ausgelegt werden, ist irgendwie seltsam, wurde jedoch oft genug praktiziert.
von der stets aktiven Tori Amos zum beispiel, mit "strange little girls" und auch die begabte Cat Power schiebt gerne eine solche produktion ein. oder Bob Dylan, selbst songschreiber par excellence, viele musiker/innen konnten mit seinen kompositionen punkten, aber er kam ende `73 mit der bereits 1970 eingespielten, schlicht "dylan" betitelten lp, voll mit uneigenen musikstücken, an die öffentlichkeit. dies tat fast gleichzeitig auch chamäleon David Bowie mit "pin ups". 5 jahre später huldigte John Lennon mit "rock `n´ roll" seiner gleichnamigen passion.
auch austropop-urgestein Wolfgang Ambros mischte hierbei mit und würdigte material vom bereits erwähnten Dylan als auch Tom Waits sowie zuletzt das wirken Hans Moser´s mit seperaten veröffentlichungen. Peter Gabriel suchte lange jahre einen nachfolger für sein letztes, selbstverfaßtes schaffen, um anfang dieses jahres auf seinen output "scratch my back", andere songschreiber/innen zu honorieren. der ehemalige bandkollege Phil Collins zog kürzlich mit seiner Motown-hommage "going back" nach.
es gäbe noch unzählige beispiele und diese art der produktion ist, konsumtechnisch gesehen, wohl eher etwas für fans, denn kennenlernen tut man einen act damit wohl kaum. andererseits ist vielleicht schon die eine oder der andere durch so etwas auf den geschmack gekommen, denn bei kauf auf verdacht kann man damit wohl nicht groß verlieren.

Sonntag, 7. November 2010

Verbundenheit

winter-derringer


bleiben wir doch beim thema musik.
fast jede/r war schon mal fan oder verehrer/in eines/r
Künstlers/in, einer formation. hat vielleicht eine zeitschrift
gekauft, nur weil sie/er am cover bzw. darin vertreten war,
zeitungsausschnitte gesammelt, sich ein tv-programm des-
wegen angeguckt und eventuell total uninteressante bei-
träge, nur wegen dem einen über sich ergehen lassen. die
tonträger (damals noch) sowieso erworben plus den obli-
gaten merchandiseartikel zwecks zugehörigkeit. auf die
schulmappe den namen gekritzelt, auf ein oder eher
mehrere konzerte gegangen (dies war dann schon wie ein
verwandtenbesuch), eventuell gewisse verhaltensformen
oder bewegungen angenommen und möglicherweise auch
ein paar modeeigenheiten übernommen - die stiefel von
Gene Simmons, die beinkleider des M.C. Hammer, die
hemden der Les Humphries Singers, den gesichtsschmuck
von Katy Perry oder die frisur von Joe Cocker - warum
nicht?
alles schön & gut, doch dies bedeutet ja nicht den bund fürs
leben. wenn es nur mehr rückwärts geht und die protago-
nisten trotzdem nicht gemerkt haben, daß der ofen nur
mehr raucht & stinkt, jedoch nicht mehr brennt, dann
muß niemand mit gewalt klammern, es drängt sich die
reißleine auf.
natürlich kann man eine tote hose auch mal als etwas
neues verkaufen - doch wie lange bzw. oft? soll man für
billige-abklatsch-longplayer genausoviel löhnen wie es
für die top-alben getan wurde? geschenkt ist da manch-
mal zu teuer.
es ist definitiv kein verrat am (einstigen) idol, wenn man
auf junge, erfolgshungrige schaffende umsteigt, anstatt
mit altbekannten, einst bewährten helden in der sackgasse
zu verweilen und ebendort jeden mißlungenen re-start-
versuch zu beklatschen. hier ist ohnehin nichts umsonst.
bloß die gefahr gegeben, daß einer/m gammelmusik als
premium quality angedreht wird und man sich damit
infolge die ohren böse versaut.
bei aller bewunderung eines/r interpreten/in, sollte man
gewisse qualitätskriterien nicht außer acht lassen. genug
neue acts haben sich eine chance verdient, brauchen luft
zum atmen als auch raum um sich zu entwickeln.
zeit für ein neues abenteuer.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Todesfolge

bobby-fuller


also wie allgegenwärtig der tod ist, wird uns täglich vor
augen geführt. keiner ist verläßlicher als er und wer
hatte ihm nicht schon als ungeliebten gast in trauter mitte?
wenn jemand prominenter stirbt, dann halten, je nach
bekanntheitsgrad, mehr oder weniger leute den atem an.
die medien haben für ein paar tage, abhängig was sie/er
an geschichten hergibt, etwas zu berichten und die betrof-
fenen dienstgeber bzw. firmen zeigen ihre trauer in der
flucht nach vorne - sprich veröffentlichungspolitik. das
gewisse etwas kommt noch dazu, wenn der grund des
ablebens zweifelhaft ist. dies birgt dann eventuell material
für jahrzehnte oder die ewigkeit, in form von artikeln,
enthüllungsbüchern, filmen, dokumentationen, etc. .
Jimi Hendrix´ oder Jim Morrison´s letzte stunden sind
bekannterweise bis heute noch nicht restlos geklärt und
jene von Michael Jackson sind gerichtsanhängig.
aber auch bei ex- Rolling Stones gitarrist wie auch grün-
dungsmitglied Brian Jones sind die hintergründe nie wirk-
lich enträtselt worden. fakt ist, daß eines späten abends
am pool seines anwesens eine kleine, intime party statt-
fand. drogen & alkohol stellten bei ihm für gewöhnlich
das catering dar. zu fortgeschrittener stunde tauchte sein
(ehemaliger) hausmeister auf, den er kurz davor gekündigt
hatte. irgendwie waren beide plötzlich alleine im oder am
becken und kurze zeit später fand man Brian leblos im
wasser treibend. tod durch ertrinken im suchtgiftrausch,
war die offizielle ursache. angeblich soll der verdächtige,
welcher nie belangt wurde, am eigenen totenbett die tat
gestanden haben.
auch punklegende Johnny Thunders´ ableben in einem
new orleanser hotel, erhitzt fast 20 jahre später noch die
gemüter von verwandten, freunden und manchen fan.
Johnny verließ abends die unterkunft und kehrte zu
später stunde angeblich in begleitung eines unbekannten
zurück. am nächsten tag fand ihm das personal leblos in
seinem verwüsteten als auch durchsuchten zimmer.
die polizei protokollierte einen selbstverschuldeten tod
durch mißbrauch von drogen. bemühungen, durch neue
zeugen plus fakten, eine neuerliche untersuchung zu er-
wirken, ließen die ordnungshüter kalt. die flut hat die
wahrheit wohl für immer zu grabe getragen.
soulgoldkehle Sam Cooke stieg einst mit einer flüchtigen
bekannten in einem billigen motel ab. kurz danach ver-
schwand diese mit seinem gesamten hab & gut. der auf-
gebrachte, nur mit unterwäsche bewaffnete sänger bezich-
tigte die besitzerin der mittäterschaft. diese streckte ihm
mit drei schüssen nieder und rammte ihm zur absicherung
noch einen eisenstil in den körper. die untersuchung des
vorfalls ergab notwehr. seine hinterbliebenen erfuhren
nie den wahren background.
"i fought the law", mit dieser Sonny Curtis komposition
hatten The Bobby Fuller Four 1966 ihren ersten, richtigen
hit. "and the law won" hießt es im song weiter - nun, irgend-
wer gewann bestimmt, nur war es keineswegs der sänger,
gitarrist & namensgeber dieser formation. ihm fand man
eines morgens, in der auffahrt seines hauses im inneren
des eigenen wagens, tot auf. er hatte blutergüsse, knochen-
brüche, war in benzin getränkt und hatte diesen auch in
der lunge. polizeibericht als auch obduktion ergaben selbst-
mord, keine anzeichen eines gewaltsamen todes. hinter
vorgehaltener hand wurde gemunkelt, daß er der geliebten
eines mafiosi zu nahe kam.
Michael Menson, gründungsmitglied des britischen urban
dance acts Double Trouble, hatte diesen tatsächlich. er
wurde eines nachts in einer londoner gasse von passanten
in flammen stehend vorgefunden. er starb zwei wochen
später im spital. laut eigenen angaben wäre er von einer
gruppe mit benzin übergossen und angezündet worden,
doch die exekutive, ohne ihm je offiziell befragt zu haben,
diagnostizierte (versuchter) selbstmord. als die zeitungen
später die geschichte aufheizten, setzte scotland yard ein
ermittlungsteam darauf an. man fand schlußendlich die
schuldigen, fehler wurden eingestanden und der fall wurde
zu mord.
so sieht man, daß auch der tod seine tücken haben kann und
mitunter nicht nur trauer sondern auch ein gerüst aus
schier unerklärlichen fragen zurückläßt. nicht immer
greift der vielgerühmte "promibonus".

Sonntag, 24. Oktober 2010

Kreativitätstheorie

pomus-shuman


Keith Richards erzählte gerne, daß er neben dem bett immer
ein kassettengerät hatte, sollte ihm im schlaf ergo rausch-
zustand eine musikalische idee kommen, konnte er sie sofort
aufnehmen, damit der einfall am nächsten tag nicht ver-
loren gewesen wäre. so hatte er auch mal nach dem auf-
wachen die eröffnungsakkorde zu "(i can´t get no) satis-
faction" am recorder - oder vielleicht verfing sich ja bloß
das band beim retourspielen und er dachte dies wär´s
gewesen. wie auch immer, gute songs bzw. die basis dafür,
passierten /passieren einfach. am reißbrett einen hit oder
eher einen einfach guten song entwerfen, das konnten &
können nur wenige,über einen begrenzten zeitraum.
man muß aber den beiden Rolling Stones songschreibern,
den selbsternannten The Glimmer Twins, die beiträge
anderer gruppenmitglieder wohl gerne miteinbauten,
jedoch sie nur ganz selten würdigten, schon zugute halten,
daß sie, als ihre karriere zu greifen begann und vom
manager Andrew Loog Oldham angehalten wurden eigene
lieder zu schreiben, dies auf druck sowie der aussicht auf
zusätzliche einnahmen auch taten bzw. vollbrachten.
zeitweise fast im akkord. mit dem einzug härterer drogen
verlangsamte sich das produktionstempo.
aber es gab auch leute wie Bacharach & David, Pomus &
Shuman oder Chinn & Chapman, die konnten wahrschein-
lich die energieabrechnung lesen und machten zwei hit-
paradenstürmer daraus - einen für strom, den anderen
vom gas. auch John & Paul schrieben anfangs ihre kom-
positionen wirklich gemeinsam, doch je mehr sie sich
voneinander entfernten, desto eigenständiger wurden sie.
es hieß dann trotzdem immer Lennon/McCartney, egal
wer den output verfaßt hatte. auch bei Jagger/Richards
spielte es sich ähnlich ab. jetzt könnte sich der/die gemeine
The Beatles verehrer/in wohl fragen, warum schlossen
George & Ringo nicht ebenso eine schreiballianz. nun,
erstens war Harrison eher zurückgezogen und zweitens
kam Starr nur alle schaltjahre mit einer melodie daher.
Bob Dylan, Donovan, Carole King, die hatten wiederum
schon einen song, wenn sie nur beim fenster rausguckten.

auf der anderen seite stolpern einige über einen einfall,
nehmen ihn auf, haben einen knüller an der hand und
das war es für den rest der laufbahn. schlag nach bei
Ralph McTell und seinen "streets of london", Don McLean
und dem "american pie" (haben alle schottische namen
und geizen mit den hits) oder Marc Cohn "walking in
memphis" und verirrte sich dabei. da kam nichts mehr
wirklich brauchbares nach. mit der eingebung auf kriegs-
fuß als auch fehlendes talent um bringer aus dem ärmel
zu schütteln, daraus werden one-hit-wonders gemacht.
aber immer noch besser ein knaller als gar keiner, denn
wenn jener dann auch noch auf ewig im radio gespielt
wird, auf compilations oder via film & fernsehen aufscheint
sowie hin & wieder gecovert wird, da kann man doch lebens-
lang brötchen davon kaufen.
eher düster sieht es aus, sofern man gerade mal einen treffer
landen konnte, den aber gar nicht selbst verfaßte. so ging es
Scott McKenzie auf dem weg nach "san francisco", Doctor And
The Medics beim "spirit in the sky" oder den Flying Lizards
und ihrer version von "money".
andererseits besser ein gassenhauer, wenn es sich auch um
fremdmaterial handelt, denn so kann man doch irgendwie
weiterwursteln, als gar nichts. so war es bei Judee Sill,
Syd Barrett (solo) sowie Karen Dalton. verkauften kaum,
chartplazierungen (wenn überhaupt) unter dem radar,
heute kult. natürlich muß man da vorab aber mal sterben
und eben verwertbares hinterlassen. so geht es zweifellos
auch. da muß jede/r selbst ausloten, wofür sie/er mehr
talent hat.
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in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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