Zahlenrätsel

also da war diese woche auf NME online zu lesen, daß Adele von ihrem, im letzten jahr erschienenem, erfolgsalbum "21", bis jetzt weltweit 25 millionen einheiten verkaufen konnte. es wird sicher noch die eine oder andere mehr werden, ist anzunehmen. okay, inklusive bezahl-downloads, aber diese art des absatzes ist wohl der geringste aufwand und um den kompletten longplayer z.b. auf Amazon deutschland runterzuladen, löhnt man immerhin 10.- euro. jetzt irgendwie auch nicht die super okkasion. generell verblüffend, denn aufgrund von industrie- wie künstler/innen-aussagen hat man immer das gefühl, musik wird nur mehr durch illegales filesharing bzw. downloading verbreitet. bloß wenige aufrichtige zahlen noch für tonkunst aus der konserve. aber woher kommt dann diese (groß-) menge? 25 millionen, ungefähr diese anzahl haben mittlerweile Simon And Garfunkel von ihrer bekanntesten lp verkauft - "bridge over troubled water", die kam aber bereits 1970 auf den markt. in den goldenen jahren. auch Carole King hat von ihrem meisterstück "tapestry" bis jetzt ähnliche mengen abgesetzt, jedoch kam es 1971 in die läden. hingegen schafften Prince And The Revolution, mit ihrem super-soundtrack "purple rain" aus `84, erst ca. 20 millionen. alle zahlen sind global zu verstehen.
The Official Charts Company U.K., das verkaufszählwerk des königreichs, wiederum meldete dieser tage, der topseller 2012 in kategorie album im united kingdom kommt von der schottischen r&b sängerin Emeli Sandé - "our version of events", welches bereits auf die million zusteuert. in punkto compilation führt die bereits 82. folge des insel-phänomens "now that´s what i call music", mit über 800 000 stück. das weihnachtsgeschäft klarerweise noch nicht eingerechnet. der mitte november veröffentlichte nachfolger "83", ist bereits das sich am schnellsten verkaufende album 2012. irgendwer verdient bei dem ganzen, entgegen aller bekundungen, doch nicht so schlecht.
gut, ein kleiner act kann sich dafür wenig kaufen, doch dies wohl auch, weil dank World Wide Web heutzutage praktisch jede/r künstler/in sein kann. die dichte ist eben extrem hoch und die luft wird nach oben zu immer dünner. aber das war, sagen wir jetzt mal, in den 70ern ähnlich. da gab es an jeder hausecke irgendeine rockband, welche vielleicht in geringer stückzahl ein oder zwei platten auflegte und danach ruhmlos in der versenkung verschwand. für all jene, die es schafften, fielen zig durchs sieb, konnten davon nicht leben. werden mitunter heute als versunkene perlen gehoben und bringen nochmals 2000 exemplare des re-releases unter die leute. oder in den 60ern, da gab es wohl mehr singer/songwriter als bauarbeiter und jede/r war froh, wenn sie/er in irgendeinem coffee-shop einen auftritt gegen freie getränke ergattern konnte. viele schafften es gar nicht af vinyl, andere bekamen einen vertrag bei einem kleinen label, wo die erfolgsaussichten eher gering waren. wie viele sind davon übriggeblieben?
gleichfalls in den sixties erschien "the velvet underground and nico", eine scheibe, welche gemeinhin als einfluß sowie meisterwerk gilt, sich jedoch weltweit bis heute nur gut-geschätzte 1 million mal verbreiten konnte. Lana Del Rey hatte von ihrem heuer erschienenem longplayer ("born to die") bereits mitte des jahres das dreifache abgesetzt und der neue country-pop darling Taylor Swift verkaufte von "red" in den staaten schon 1.2 millionen in der ersten woche.
sicher sind die zeiten allgemein nicht besser geworden, sie werden aber gelegentlich auch schlecht gejammert. im music-business ist noch niemand verhungert und man kann dort immer noch etwas verdienen - abgesehen vom tournee-geschäft.
turntable - 2. Dez, 19:25