Sonntag, 14. März 2010

Interpretationssache

proud-mary


eine coverversion, also die neuinterpretation eines liedes,
welches von einem/einer anderen künstler/in bereits
veröffentlicht wurde, zählt an & für sich zu den leichteren
übungen von musikern, doch stellt dies nicht immer einen
gewinn für das publikum dar.
wenn Britney Spears Joan Jett´s "i love rock `n´ roll", was
ihr wohl nicht mal die frau mama abnimmt, nachjodelt,
ist dies wohl nur bedingt das gelbe vom ei und wenn dann
jugendliche auch noch glauben, diese version sei das ori-
ginal, sollte bezüglich musikerziehung der hebel angesetzt
werden.
aber einen titel der einst (die distanz sollte nicht zu knapp
gewählt sein) ein hit war, etwas zeitgemäß aufzuckern und
halbwegs gut rüberbringen, da kann dann fast nichts mehr
schiefgehen. diese masche funktionierte bereits in den 60er
jahren. alleine für The Beatles sowie Rolling Stones war es
das fundament der karriere. dabei fügten beide bands ihren
blaupausen nichts bewegendes hinzu. Tom Jones, Elvis
Presley oder Dionne Warwick machten praktisch ihre ge-
samte laufbahn nichts anderes, als fremdmaterial auf ihre
weise darzubieten und Johnny Cash oder Paul Anka, beide
eigentlich selbst songschreiber, starteten in dieser manier
nochmals durch.
eine besondere leistung ist es, wenn frau/mann aus einer
vorlage praktisch etwas neues "schnitzt". paradebeispiel
hierfür wäre z.b. Chuck Berry´s "johnny b. goode" in der
version von Peter Tosh. das lied erkennt man hierbei nur
mehr am titel bzw. text. hätte er letzteres abgeändert und
das ganze eventuell "charlie b. nice" genannt, wäre aller
profit in seine taschen geflossen, doch er wollte wohl zeigen
was er kann.
auch sich ein stück durch besondere darbietung einzuver-
leiben gelingt nicht jeder/m, doch an die 50% denken bei
"with a little help from my friends" sicher an Joe Cocker
statt an The Beatles. ähnliches gilt bei "proud mary" wohl
für Ike & Tina Turner statt Creedence Clearwater Revival
und der songschreiber, CCR´s John Fogerty, hat ein ähn-
liches problem mit seiner komposition "rockin´ all over the
world", welche die meisten wahrscheinlich Status Quo zu-
ordnen. als quasi wiedergutmachung rechnen Fogerty da-
für einige "suzie q" an, obwohl es von Elaine Broadwater,
Screamin´ Jay Hawkins & Stan Lewis verfaßt wurde und
bereits gegen ende der 50er ein hit für Dale Hawkins war.

Bob Dylan widerum war in den 60ern derart kreativ, daß
sein manager Albert Grossman mit einem bauchladen voll
songs durch die musikszene marschierte und wer einen
hit wollte, griff schnell zu. doch kam man sogar mit einem
überbleibsel in die charts. auch heute erregen diverse acts
noch aufsehen, wenn sie einen versteckten albumtrack des
meisters neu einspielen.
fakt ist, daß mann/frau mit einer gut gewählten coverver-
sion die karriere starten, beleben oder revitalisieren also
praktisch nichts falsch machen kann und wenn doch,
sollte man sich nach einem anderen beruf umsehen - es
kann ja nicht jede/r ein goldkehlchen sein.

Sonntag, 7. März 2010

Top-5-Alben Der 00er

was bleibt, wenn man auf 10 jahre zurückblickt und diese
dann auf 5 alben reduziert - in der heutigen zeit, wo die
minuten, stunden, tage, monate, jahre immer schneller
vorbeiziehen?
ging es nach all den prophezeiungen, hätten wir die 00er
jahre eigentlich gar nicht erleben sollen, da zur jahrtau-
sendwende bereits die lichter ausgegangen wären. nun war
dieses jahrzehnt, meines ermessens nach, gesellschaftlich
nicht unbedingt ein fortschritt, eher das gegenteil. kriege,
arbeitslosigkeit, terrorismus, krisen - das kannten wir doch
schon. auch musikalisch war es eher eine reise in die ver-
gangenheit. "retro" hieß die erfolgsformel für neue bands
sowie solist-en/innen und plötzlich standen auch die alten
helden, wie untote, wieder im rampenlicht. reformierten
sich, sofern noch ehemalige mitglieder vorhanden, gingen
auf tour und brachten longplayer raus, die meist kaum
wer wirklich brauchte. aber die kids saugten sie ohnedies
lieber gratis aus dem netz.
doch ohne letzteres ging fast gar nichts mehr, eigentlich
war es fast essentiell für den erfolg. künstler(innen) wurden
aufgrund ihrer webauftritte, streams, downloads, uploaded
videos aber auch durch filesharing zu stars oder zumindest
sternchen. die plattenfirmen begannen ihre netze im www
auszuwerfen und jede(r) die/der genügend klicks hatte,
wurde gesigned. massives touren steigerte den bekannt-
heitsgrad und brachte teilweise das einkommen, welches
beim cd-verkauf wegbrach, retour. jedoch ist man in dieser
schnellebigen zeit heute ein star, jedoch morgen vielleicht
vertragslos. auch hier diente das web als auffangbecken -
unabhängigkeit statt arbeitslosigkeit oder abhängigkeits-
verhältnis.
hier nun 5 alben, welche die letzte dekade maßgeblich
beeinflußt haben;


strokes
1) THE STROKES - Is This It
der fluch des alles überragenden debüts traf auch
diesen new yorker fünfer. neun jahre danach suchen
sie noch immer nach etwas gleichwärtigem (an toppen
ist nicht mehr zu denken) für diese platte, denn die
beiden nachgeschobenen werke konnten unter der
selbstgelegten latte nur durchrutschen. markantes
gitarrenspiel, solide rhythmusarbeit, der gelangweilte
gesang von Julian Casablancas plus ein schuß provo-
kation (coverbild, "nyc cops") ergaben einen unwider-
stehlichen longplayer, bei dem jeder song eine single
hätte sein können.

white-stripes1
2) THE WHITE STRIPES - Elephant
abgesehen vom ganzen gequatsche ob brüderlein
& schwesterlein, ehe- bzw. liebespaar oder doch nur
1000 mal berührt und nichts passiert, definierte diese
zwei-personen-kapelle das bandgefüge für die 00er neu.
infolge schossen die minimalistenbands wie holzwürmer
aus den bühnenbrettern. auch klingt auf diesem, nun-
mehr vierten output, Meg´s "starter-kit-schlagzeug"
so voll, als hätte sie eine ganze batterie an becken
und Jack´s gitarre dermaßen fett, als wäre sie mit
öl eingelassen worden. der grund dafür heißt
Toe-Rag Studios, london. eine analoge oase ohne
computerhilfen, als wäre die zeit stehengeblieben.
anschließend war diese lokalität auf zeiten ausgebucht.

libertines1
3) THE LIBERTINES - Up The Bracket
rotzfreches debüt, eingespielt von einer bande tage-
dieben und produziert vom ehemaligen The Clash
gitarristen Mick Jones, der bemüht war die band
so authentisch wie möglich rüberzubringen. was
ihm auch gelang. unbekümmertes, geradliniges
album, daß den geist des punk mit der historie
von brit-rock verschmiltzt. einen weiteren long-
player später war der ofen, teilweise verursacht
durch die drogenbedingte unzuverlässigkeit von
sänger Pete Doherty, auch schon wieder aus.

arctic-monkeys
4) ARCTIC MONKEYS - Whatever People Say I Am,
That´s What I´m Not
mischten vorab das internet ordentlich auf, rockten
nebenbei jede spelunke die sie engagierte, bis sie
schlußendlich kein label mehr überhören konnte
und lieferten mit dem vertrag in der tasche, einen
erstling in bester brit-rock-tradition à la The Jam
oder Oasis ab. beim durchhören hat man das gefühl,
die jungs wollten es allen zeigen. als man sie endlich
von der leine ließ, wußten sie genau was sie wollten.
gaben sie doch ihre songs im vorfeld bereits x-mal
zum besten, dies hört man.

bloc-party
5) BLOC PARTY - Silent Alarm
auch hier wieder, markantes gitarrenspiel, welches
gerne mal kopiert wurde sowie unverkennbarer gesang.
der londoner vierer sorgte mit songs wie "helicopter"
oder "positive tension" für aufruhr auf dem indie-
disco-dancefloor und konnte mit seinen eingängigen
liedern auch diverse hitparaden entern. Bloc Party
orientierten sich mit ihren beiden weiteren alben
immer wieder (etwas) neu, jedes war gut für sich,
doch an die durchgängige kompaktheit dieses
erstlings konnte keines heranreichen. "silent
alarm" wird in erinnerung bleiben, wenn alles
vorbei ist.

arcade-fire
5) ARCADE FIRE - Funeral
die speerspitze einer kanadischen invasion am
musikmarkt in diesem jahrzehnt, schaffte mit
ihrem ersten longplayer umgehend den inter-
nationalen durchbruch und seither muß sich
fast jedes musikerkollektiv, mit mehr instru-
mentierung als herkömmlich üblich, den
vergleich mit ihnen gefallen lassen. die stücke
der band sind größtenteils hymnisch aufbereitet
und von geigenarragements untermalt, ohne
ins kitschige abzudriften. vorangetrieben vom
einpeitschend wirkenden gesang von Win Butler,
wird der tod besungen, als wäre er einer aus ihrer
mitte.

Sonntag, 28. Februar 2010

Wahrzeichen

abbey-road


das label EMI (Electrical and Musical Industries ltd.) ent-
stand im märz 1931 aus einer fusion von Columbia mit
Gramophone Company und war jahrzehntelang eine
der / die größte plattenfirma der welt. noch im grün-
dungsjahr wurden am firmensitz die heute weltbe-
rühmten ABBEY ROAD STUDIOS eröffnet.
ein aus drei aufnahmeräumen, davon einer in orchester-
größe, bestehender komplex, der untrennbar mit dem
namen The Beatles verknüpft ist. aber auch acts wie
Glenn Miller, Pink Floyd, Jeff Beck, Mike Oldfield, Oasis
oder auch Elliot Smith trugen zur legendenbildung bei.
nebenbei führt auch keine ordentliche stadtrundfahrt
an der gleichnamigen adresse vorbei. touristen aus
aller welt wollen einen blick auf die fassade werfen
und beim gang über den davorgelegenen zebrastreifen
fotografiert werden.
nun war es für die große EMI über all die jahre finanz-
technisch ein auf & ab. bedingt durch zeitweises miß-
management, die kriegswirren, falsche geschäftsent-
scheidungen (so sahen sie ende der 40er keine zukunft
für die langspielplatte), mangelnde flexibilität, wachsende
konkurrenz, fehlende kooperation innerhalb des konzerns
u.s.w.. aber natürlich auch viele erwirtschaftete hoch-
phasen, in denen sich ihre vormachtsstellung in den
charts als auch im jahresbericht wiederspiegelte.
doch der wandel im muskgeschäft über die letzten jahre,
trifft natürlich die dinosaurier am härtesten. so hat die
ehrwürdige firma, deren mehrheit das spekulationsunter-
nehmen Terra Firma besitzt, laut Financial Times einen
massiven schuldenstand angehäuft. um sich luft zu ver-
schaffen erwägte man das gebäude inklusive studio an
den meistbietenden zu verscherbeln. ein erlös von dreißig
mill. gbp wurde dafür ins auge gefaßt. experten zufolge
ist aber der name ABBEY ROAD STUDIOS mehr wert als
das gebäude.
die nachricht vom möglichen verkauf schockte nicht nur
fans, sondern rief auch direkt betroffene auf den plan.
Paul McCartney, der einen großen teil seines lebens in den
gemäuern verbrachte, suchte verbündete um sein ehe-
maliges "heim" zu erwerben. musicalzampano Andrew
Lloyd Webber, der ebendort viele seiner stücke mit großem
orchester aufnahm, zeigte ebenso interesse und auch seitens
stadt bzw. land wollte man dieses wahrzeichen erhalten
(was mittlerweile auch geschah, das gebäude wurde vom
u.k. goverment unter denkmalschutz gestellt). denn sollte
das ganze grundstück an immobilienhaie gehen, würden
bald die bagger anrollen und am ende nur mehr eine blech-
tafel an die stätte erinnern, wo werke wie "sgt. pepper´s
lonely hearts club band", "the dark side of the moon", "be
here now" oder "figure 8" entstanden sind.
schlußendlich wurde der rummel immer größer und die
eigentümer machten einen rückzieher. nie hatte man
daran gedacht das studio zu veräußern, im gegenteil,
es soll sogar darin investiert werden, gaben sprecher
zu protokoll. was irgendwie sonderbar erscheint, da es
allgemein hieß, daß die technik am letzten stand sei.
nebenbei bemerkt hat das magazin Music Week, ABBEY
ROAD im rennen für den award "studio des jahres 2010".

natürlich muß man auch die kehrseite der medaille sehen.
budgets für longplayer werden heutzutage vom rotstift er-
stellt. nur mehr künstler(innen) mit narrenfreiheit dürfen
in solch elitären und natürlich auch kostspieligen räumen
ihre musik einspielen. oder sie finanzieren es selbst, da
bleiben aber auch nicht mehr so viele. die tägliche klientel
wird (mengenmäßig) immer kleiner und das problem
ständig größer.

Sonntag, 21. Februar 2010

Höhere (Stimm-) Gewalt

white-lies


WHITE LIES, das londoner trio bestehend aus Harry McVeigh
(gesang & gitarre), Charles Cave (baß) sowie Jack Brown
(schlagzeug), war für mich einer der acts aus 2009.
den 80ern verbunden, klangen sie auf ihrem debüt "to lose
my life" nach einer melange aus Joy Division und Ultravox.
umso größer war meine freude, als letztes jahr ein konzert
für den 10. november angekündigt wurde. rechtzeitig
sicherte ich mir eines der begehrten tickets und war voll
der erwartung, als plötzlich einen tag vor dem wien-gast-
spiel, das konzert in münchen, nach nur 4 songs aufgrund
von stimmproblemen des sängers, abgebrochen werden
mußte.
der rest der tour wurde verschoben, gekaufte karten be-
hielten ihre gültigkeit oder konnten retourniert werden.
einige fans dürften von letzterer option gebrauch gemacht
haben, denn als der neue termin mit 20. februar 2010
verkündet wurde, gab es plötzlich wieder ein freies kontin-
gent. vielleicht aber warf der veranstalter nur die letzten,
unbesetzten toilletensitze auf den markt. jedenfalls konnte
im vorfeld schlußendlich wieder "sold out" verkündet
werden.
nun war der tag-x endlich gekommen. vorab ein blick ins
web, ob nicht wieder irgendetwas passiert ist und ab ging
es, trotz leichter verkühlung sowie unterschiedlich ange-
gebenen beginnzeiten, zur lokalität.
fast eine stunde wartezeit auf den local support, bringt
einem so richtig auf betriebstemperatur. nach gemäch-
lichem umbau plus ordentlichem soundcheck ging es
endlich los und vom ersten, gesungenen ton an, hatte
man irgendwie das gefühl, der sänger klänge nicht ganz
so wie von der konserve gewohnt - etwas brustschwach,
jedoch paßte der sound. nach zwei liedern wies er auf
stimmprobleme hin und nach zwei weiteren entschuldigte
sich die band für (angeblich) fünf minuten zwecks nach-
behandlung der stimmbänder.
da fiel mir wieder münchen ein und ich dachte, dies wird
es wohl gewesen sein. schlußendlich kam jemand vom
veranstalter auf die bühne und berichtete, daß der onkel
doktor dem vokalisten von weiterer stimmakrobatik abriet.
man sollte sich die eintrittskarte aufheben sowie die website
beobachten, WHITE LIES würden zum abschied noch eine
nummer spielen und so bald wie möglich wiederkommen.
so war es dann auch, die band entschuldigte sich, gab noch
beherzt einen publikumsfavoriten zum besten und vorbei
war der zauber.
was zu hören & sehen war ging voll in ordnung, ich kann
die band nur empfehlen. doch sollte es die angedachte rück-
erstattung geben, dies war übrigens damals in münchen
auf wunsch der fall, werde ich diesmal davon gebrauch
machen. habe die formation nun gesehen, die bringer gab
es praktisch auch (wie unter vorahnung) alle bereits am
anfang zu hören und man weiß ja nicht, wie diese unend-
liche geschichte weitergeht. nächstes mal kann vielleicht
der schlagzeuger wegen einer reizung im tabubereich nicht
sitzen.

Sonntag, 14. Februar 2010

Leichenfledderei

jimi1


wenn von einem/einer künstler/in posthum mehr long-
player als zu lebzeiten veröffentlicht werden, ist das ganze
mit vorsicht zu genießen. gleiches gilt für mehr live- wie
studioalben. nun, beides trifft auf den ehemaligen gitarren-
dompteur JIMI HENDRIX zu.
der als Johnny Allen Hendrix geborene, begann seinen
werdegang auf einer 5 dollar akustikgitarre und bewies
jahre später der ganzen welt, daß man mit einer elektrisch
verstärkten Fender Stratocaster mehr anstellen konnte,
als nur verschiedene akkorde runterzuschrubbeln.
seine ersten sporen verdiente er sich als begleitmusiker
für u.a. Little Richard, The Isleys (Brothers) oder Ike And
Tina Turner. größeres aufsehen erregte er erstmals als
Jimmy James & The Blue Flames, worauf ihm der einstige
The Animals bassist Chas Chandler (angeblich auf empfeh-
lung des damaligen Stones baßgitarristen Bill Wyman)
unter vertrag nahm.
Chandler verfrachtete seinen neuen schützling umgehend
nach london und spannte ihm in baukastenmanier mit
schlagzeuger Mitch Mitchell sowie dem gitarristen, welchem
nur mehr der baß blieb, Noel Redding als THE JIMI HENDRIX
EXPERIENCE zusammen. nach den drei bahnbrechenden
lps "are you experienced", "axis: bold as love" plus "electric
ladyland" war die beziehung Hendrix - Chandler - Experi-
ence am ende. der frühere The Animals manager Michael
Jeffries übernahm das (gnadenlose) kommando, das trio
zerbröselte an egoproblemen und auf druck der black
community wurde mit Band Of Gypsys eine aus schwarzen
musikern bestehende formation, in besetzung HENDRIX,
drummer Buddy Miles als auch bassist Billy Cox, aus der
taufe gehoben. nach nur zwei konzerten war auch diese
besetzung geschichte.
JIMI wollte danach mit einer abgeänderten EXPERIENCE
(Mitchell/Cox) erneut durchstarten, doch die unterschrift
am vertrag mit Jeffries war zugleich sein todesurteil - er
wurde "on the road" verheizt. um die tour-strapazen zu
bewältigen, flüchtete sich der gitarrero in drogen & alkohol,
was abermals an seiner substanz zerrte. schlußendlich war
er tot noch mehr wert als lebend.

interessanterweise kam es hier, wie zuletzt auch bei
Michael Jackson oder seinerzeit bei Jim Morrison, zu
ungereimtheiten bezüglich wann er gefunden wurde,
zeitpunkt des notrufs, eintreffen der rettungskräfte
sowie unterschiedlichen aussagen.

kein jahr danach war die erste posthume veröffentlichung
"cry of love" in den läden. produzent Alan Douglas brachte
(in abständen) weiterhin "neue" HENDRIX tonträger aus
unfertigem restmaterial heraus. nach langwierigen
prozessen konnte JIMI´s vater Al mitte der 90er die
kontrolle über das schaffen seines sohnes erlangen.
es kam aber trotzdem immer wieder zu innerfamiliären
reibereien. mittlerweile leitet schwester Jamie das
Hendrix Estate und manbetreibt nebenbei noch ein
eigenes label namens Dagger Records. dieses veröffentlicht
(in concert) aufnahmen, welche der plattenfirma MCA /
Sony zu minder sind. so kommt es zu dieser fülle an
konzertmitschnitten, die durch unzählige bootlegs noch
vervielfacht wird und immer wieder taucht noch un-
gehörtes studiomaterial auf.
so auch anfang märz, zum 40. todesjahr. "valleys of
neptune" nennt sich die zu geld gemacht werden sollte
(angeblich) letzte aufnahmesession von HENDRIX, Cox
plus Mitchell aus dem jahre `69. zu hören wird es zwölf
songs geben, darunter cover von Cream´s "sunshine of
your love" als auch Elmore James´ "bleeding heart",
(damals) neu eingespielte versionen von einigen "are
you experienced" tracks sowie raritäten à la "mr. bad
love" oder "crying blue rain".
es braucht aber niemand wirklich glauben, daß es sich
hierbei um das letzte kapitel der unendlichen geschichte
handelt. da findet sich sicher noch das eine oder andere
tonband beim nächsten umzug.
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in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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Zuletzt aktualisiert: 27. Aug, 00:37

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