Sonntag, 24. August 2008

Freundschaftspreis

death-magnetic


METALLICA - der 1981 in kalifornien gegründete brachialvierer,
dessen vinylwiederveröffentlichungen der klassiker "kill ´em all",
"ride the lightning" und "master of puppets die verkaufserwar-
tungen übersteigen, haben den nachfolger zu 2003´s "st.anger"
fix und fertig im kasten.
das von "hans dampf" Rick Rubin produzierte werk wird weltweit
am 12. september als "death magnetic" erscheinen. zur feier der
veröffentlichung spielen Hetfield, Ulrich, Hammett sowie Trujillo am
selben tag in der 02 world in berlin ein konzert zum retro-eintritts-
preis von 10.- euro. drei tage später in der londoner 02 arena wird
es nochmals billiger - 5.- gbp kosten dort die tickets. die einnahmen
beider veranstaltungen gehen an lokale karitative organisationen.

karten gibt es nur für registierte user der sites missionmetallica bzw.
metclub und hier nur zwei pro person. so oder so werden die
locations in kürzester zeit ausverkauft sein. alle anderen interes-
senten werden im rahmen der folgenden tour die gelegenheit be-
kommen, METALLICA wieder mal auf der bühne zu sehen.
freundschaftspreis wird es dann allerdings keinen mehr geben.

Dienstag, 19. August 2008

Dauerbrenner

abba


man hat den eindruck, ABBA wären der ursprung aller guten
(pop-)musik. obwohl seit ende `82 der ofen aus ist, werden
sie immer noch abgefeiert - heute fast mehr denn je. hitzusam-
menstellungen verkaufen sich permanent wie geschnittenes
brot. die musicalverfilmung "mamma mia" wird weltweit gestürmt,
der dazugehörende soundtrack mit den karaokeversionen der
schauspieler erobert die hitparaden und zieht den backkatalog
des quartetts gleich mit. Björn & Benny wissen ohnehin nicht
mehr wohin mit den moneten, Agnetha + Frida gönnen sich mit
den eintrudelnden tantiemen eine neue dauerwelle.
wer kauft das alles noch? es müssen kinder, teenager oder
maximal twens sein, denn alle anderen haben es bereits. wahr-
scheinlich war der schwedenvierer in keinem regime der welt
verboten bzw. zensuriert. natürlich besitze ich ebenfalls singles
sowie lps der truppe, aber ich brauche jetzt weder den film noch
den o.s.t. und schon gar nicht die hundertste auflage von "gold".

ja, die melodien sind größtenteils packend und die refrains laden
oft zum mitsingen ein, obwohl (oder gerade deswegen) die texte
für jeden profunden englischprofessor einem stachel im hinterteil
gleichkommen. eventuell besteht gerade in der einfachheit das
massenphänomen. auch wurde von der ersten bis zur letzten
single praktisch die selbe masche durchgezogen. experimentiert
(sofern überhaupt) wurde maximal auf b-seiten. so kann ich mich
auch nicht erinnern, je ein interview mit einem musiker gelesen zu
haben, der sich auf ABBA als einfluß beruft - casting-show-
teilnehmer vielleicht.
andererseits hat es bis zum heutigen tag nie eine reunion bezie-
hungsweise ein comeback gegeben. dies spricht für die gruppe
und mag eventuell eine teilerklärung für die andauernde begeiste-
rung der fans sowie den erfolg von ABBA-coverbands, musical
als auch film sein.
in dieser mine gibt es noch genügend gold zu schürfen.

Donnerstag, 14. August 2008

Black Moses

isaac-hayes


am vergangenen sonntag verstarb 65-jährig in seinem haus
nahe memphis einer der architekten des memphis soul sounds,
wegbereiter von disco- und rapmusik, die personifizierte
"black power" - ISAAC HAYES - an herzversagen. er erlitt
bereits vor ein paar jahren einen schlaganfall.

geboren am 20. august 1942 in covington, tennessee, erfolgten
die ersten musikalischen auftritte in der kirchengemeinde. als teen-
ager zog er nach memphis und spielte piano als auch orgel in
lokalen clubs. hatte später auch verschiedene bands (z.b. die
Teen Tones) mit denen er ein paar singles aufnahm. 1964 schnup-
perte er erstmals in die ortsansässige soulschmiede Stax und er-
setzte infolge Booker T. Jones in der hausband des labels. formte
anschließend eine songwriter-partnerschaft mit David Porter,
welche u.a. zu hits wie "soul man" oder "soul sister, brown sugar"
für Sam & Dave führte.
in 1967 veröffentlichte er sein erstes album unter eigenem namen
"presenting isaac hayes", das nur lauwarm aufgenommen wurde.
zwei jahre später schaffte er den durchbruch mit "hot buttered soul".
hier kam erstmals sein späteres markenzeichen zum tragen, songs
mit symphonischer orchesterbegleitung in überlänge zu zelebrieren.
der longplayer bestand aus vier titeln - "walk on by", hyperbolicsyl-
labicsesquedalymistic", "one woman", "by the time i get to phoenix".

mit weiteren alben wie "the isaac hayes movement" (`70), "black
moses" (`72) oder den soundtrack zum blaxploitation streifen
"shaft" (`71) zementierte er seine karriere. das imposante auf-
treten sowie exzentrische bühnengehabe, der tiefe bariton und
kahlgeschorene kopf, die überdimensionalen sonnenbrillen wie
auch goldketten machten ihm zur ausnahmeerscheinung und
festigten seinen ruf als macho und ladykiller. er selbst sah sich
lieber als hirte seiner gefolgschaft, wogegen ihm neider/kritiker
aus der black community vorwarfen, er mache schwarze musik
für weiße und biedere sich an.
aufgrund eines streits bezüglich tantiemen verleiß er 1975 Stax
Records und gründete seine eigene plattenfirma, für die er zwei
jahre später konkurs anmelden mußte. sein ganzes weitere leben
hatte er finanzprobleme wegen seines oft ausufernden lebensstil,
durch mehrfache alimentezahlungen sowie steuerschulden.
nichtsdestotrotz nahm er bei diversen firmen weiterhin platten mit
wechselhaftem erfolg auf, doch an seine hochzeit kam er nicht
mehr heran. er versuchte sich auch als schauspieler in filmen wie
"truck turner" (für den er, ebenso wie bei "tough guys", den o.s.t.
einspielte) oder "escape from new york" bzw. fernsehserien à la
"miami vice" oder "fresh prince of bel air". in der originalfassung
der reihe "south park" lieh er seine stimme der figur Jerome "Chef"
McElroy. posthum wird er ende des jahres in der komödie "soul man"
zu sehen sein.

während der letzten jahre wurde HAYES in die wiederbelebungs-
versuche des Stax labels bzw. aufarbeitung dessen geschichte
mittels museum, musikakademie, 50-jahr-feiern, dokumentationen
sowie wiederauflage des alten repertoire, durch stadt, land als
auch des rechteinhabers Concord Music Group miteingebunden.
jahrzehntelang wurde dieses stück amerikanische musikgeschichte
mit füßen getreten. vielleicht geht sich ja jetzt auch noch eine ehrung
für ISAAC HAYES aus.

Sonntag, 10. August 2008

Welsh Jukebox

wales


diesen beitrag wollte ich eigentlich am 3. august 08, also
unmittelbar vor meiner abreise nach Cardiff via London,
veröffentlichen, doch der twoday-server machte mir einen
strich durch die rechnung. mittlerweile bin ich wieder zurück
aus dem Vereinigten Königreich. mit musikalischen souvenirs,
ein paar dosen baked beans und jeder menge impressionen.

die walisische hauptstadt hat ja inzwischen zwei wahrzeichen.
erstens das Cardiff Castle, einst von den römern, die 400 jahre
"zu gast" blieben, zur absicherung des River Taff erbaut und
das im juni 1999 eröffnete Millennium Stadium. letzteres bat
während meines besuches traurigerweise keine touren an, da
frau Ciccone am 23. august ebendort antanzt und man das
gesamte monat für auf- und abbau benötigt. danke madonna!

die ca. 300 000 einwohner-stadt ist architektonisch interessant,
überschaubar, nicht zu hektisch und sofern man zentral wohnt,
kann man alles auch zu fuß erkunden. selbstverständlich ist auch
das lokale Hard Rock Cafe einen besuch wert. es stellt neben
einer menge gestifteter bzw. erworbener instrumente (vor allem
gitarren) unter anderem auch garderobe von Tom Jones, Elton
John, Bono sowie der überaus hartrockenden Kylie Minogue aus.

abschließend ging es noch ins totale gegenstück - nach London.
massen von menschen sind in der millionenmetropole unterwegs
und hektik ist trumpf. dies wird einem so richtig bewußt, wenn man
gerade ein paar tage in Cardiff verbracht hat. die allgegenwärtige
preisspirale ist mir diesmal besonders aufgefallen. trotzdem gibt es
immer noch konzerte in pubs, wo man aufstrebende bands, aber
auch etabliertere acts, bei freiem eintritt ansehen kann.

nun aber den scheinwerfer auf die walisische tonkunst, die trotz
der geringen fläche des landes, immer interessante künstler aber
auch stars hervorbringt;

a) Anthony Reynolds - a quiet life
war ehemals mitglied der sechs-köpfigen waliser formation Jack
und hatte nebenbei auch noch ein zweites projekt laufen, doch
als ihm der trubel zu viel wurde stieg er aus und startete eine
solokarriere. veröffentlichte zu jahresbeginn bereits sein
zweites werk "british ballads".

b) Shirley Bassey - it must be him
geboren und aufgewachsen in tiger bay, cardiff als jüngste von
sieben kindern. tourte bereits mit 16 jahren im rahmen einer revue.
nach weiteren engagements bekam sie eine rolle am londoner
west end. von da an ging es bergauf und in folge mit James Bond
durch die decke.

c) Stereophonics - a thousand trees
das trio konnte die magie ihres debüts "word gets around" leider
nie mehr reproduzieren. nach einer späteren umbesetzung wurde
maximal das betriebsklima besser. liefen aber trotzdem in meiner
absteige rauf und runter.

d) Young Marble Giants - constantly changing
gegründet 1978 (abermals) in cardiff, erschien 1980 ihre erste
und zugleich letzte lp "colossal youth". im selben jahr erfolgte,
nach weiteren eps, die auflösung der zusammenarbeit aufgrund
interner differenzen. post-punk-klassiker!

e) Super Furry Animals - show your hand
seit 1995 aktives quintett, das während der hochzeit der britpop-
welle als aushängeschild des walisischen zweiges galt. immer
noch tätig, doch die beste zeit liegt hinter ihnen. nahmen einst
auch ein album in der welsh laguage auf.

f) Los Campesinos! - death to los campesinos!
7-köpfige indie-rockband, die sich auf der universität von cardiff
fand und heuer ihr energiegeladenes erstlingswerk "hold on now,
youngster" auf den markt brachte. nennen sich allesamt Campesinos
mit nachnamen.

g) Manic Street Preachers - tennessee
an und für sich die top-band aus wales, doch die letzten drei
alben konnten dies nicht untermauern. spielten einst sogar für
Fidel Castro, aber das revolutionäre ging beiden parteien mit
den jahren verloren.

h) Taint - what the crow saw
1993 gegründetes trio aus der (musik-)hauptstadt von wales,
dem ein gepflegtes riff am herzen liegt. kann seine hard rock
inspiratoren nicht verbergen. sollen auch live einen blick wert
sein.

i) Tom Jones - riders in the sky
brachte es vom straßensänger zum dauergast auf den bühnen
von las vegas. der könig der entertainer könnte einen kinderreim
singen und es hätte das gewisse etwas. tourt immer noch uner-
müdlich und gibt diverse standards zu besten.

j) Goldie Lookin´ Chain - your mother´s got a penis
mehrköpfiges hip hop kollektiv aus newport, südwales, welches
ironischerweise mal im vorprogramm der glamrocker The Darkness
spielte. der obige song beruht auf einem sample des Yellow Magic
Orchestra´s und wie der titel vermuten läßt, kommt bei den reime-
schmieden der spaß nicht zu kurz.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Marktkontrolle

tom-waits


TOM WAITS, der exzentrische liedermacher mit der reibeisen-
stimme, absolviert derzeit mit 5-köpfiger begleitband eine
seiner seltenen tourneen.
nachdem er bereits 13 konzerte in den vereinigten staaten
hinter sich gebracht hat, beehrt er nun europa. mit seiner
"glitter and doom tour" machte er bereits in san sebastian,
barcelona, milan sowie prag station. heute und morgen be-
spielt er paris, den abschluß bilden edinburgh als auch dublin.
keine auftritte in england, deutschland, holland, schweiz und
leider auch nicht österreich.
die tickets waren rasch vergriffen. trotz der eigenwilligen art
der vergabe. um schwarzhändlern keine chance zu bieten gab
es pro person nur zwei tickets, welche mit dem namen des
käufers plus dem der begleitung versehen wurden. am einlaß
ist ein lichtbildausweis erforderlich. stimmt die inschrift nicht mit
der legitimation überein, wird der eintritt verwehrt. hat man für
jemanden eine karte (mit-)besorgt und jene(r) ist verhindert,
verfällt das zweite billett, denn eine weitergabe ist nicht möglich.

bei solch raren live-gelegenheiten wandern normalerweise bis
zu 20% des vorverkaufs in den schleich- sowie zwischenhandel,
um infolge mit überhöhten preisen weiterverkauft zu werden.
diesem problem wollten künstler & management entgegenwirken.
auch gegen die "legale" preistreiberei im zuge der kalkulation ver-
suchte man vorzugehen und legte einen grundpreis, zu dem nur
service- + beitungsgebühr aufgeschlagen werden dürfen, fest.

kann nur von vorteil für den konsumenten sein wenn versucht
wird der preisspirale bei konzertkarten ein ende zu setzen.
vielleicht entdecken ein paar andere musikanten auch noch diese
möglichkeiten. andererseits sind die top-konzerte dann wahrschein-
lich noch früher ausverkauft.
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Vinyl über alles!

in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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