Sonntag, 25. Dezember 2011

Ausverkauf

ceremonials


das einst als besinnlich angedachte weihnachtsfest, verkommt für viele immer mehr zum bedingungslosen konsumrausch. die herbergs- wurde zur parkplatzsuche, ochs & esel begegnen uns nur mehr in form von schlemmereien, die aufgetischt werden und die drei könige bringen nach dem jahreswechsel maximal eine gewürzte kreditkarten-abrechnung. wenn dann jeglicher bezug verloren gegangen ist, wird man darin schlußendlich noch bestätigt.
genau hierzu paßt irgendwie die bekanntgabe des londoner traditionskaufhauses Harrods, daß der diesjährige winter sale, beginnend am 27. dezember um 9.00h, mit einem gratis acoustic set der indie-darlings Florence + The Machine eröffnet wird. besagter event geht bei tor 5 über die bühne und dargeboten werden songs des erfolgreichen, aktuellen albums "ceremonials". die ersten fans werden wohl bereits campieren und für alle anderen, denen es nicht möglich sein wird dabei zu sein, wird der auftritt via facebook page des konsumtempels übertragen.
jetzt gibt wie gab es natülich immer wieder haarsträubende promotion-aktionen, doch einen bitteren nachgeschmack hinterläßt diese meldung für mich schon. nicht in bezug auf Harrods, sondern was Florence betrifft. sie und ihre band stehen besser da denn je, die erfolgskurve zeigt nach oben, muß ich da eine auf "mädchen für alles" machen? nun, werbeträger ist wohl auch so eine alternative einnahmequelle, die musiker/innen in zeiten wie diesen nützen, um brot auf den tisch zu bekommen.
so machte John(ny Rotten) Lydon 2008 reklame für Country Life Butter und den ausverkauf-rufen hielt er (später) entgegen, er werde das erhaltene geld in die reunion seiner post-punk-truppe Public Image Ltd. stecken. nach einigen konzerten bringt das kommende jahr nun einen neuen, "this is pil" betitelten longplayer und man wird sich überzeugen können, ob es den verkauf der (punk-) seele wert war.
auch sein genre-kollege, der exhibitonistisch veranlagte Iggy Pop, ließ sich danach von Swift Cover Insurance nicht zweimal bitten und tanzte halbnackt durch den fernsehspot. irgendwie wartete man immer darauf, daß er in gewohnter manier seinen piephahn rausholt - fiel wohl der schere zum opfer.
auch der alte outlaw Lemmy Kilmister war sich`01 nicht zu schade, für Kit Kat zu fiedeln. doch das ganze war ja schon viel früher gang & gebe, meist weit weg von daheim. so verfiel Iggy´s alter weggefährte David Bowie bereits 1980 der zuwendung von wirschaftsbetrieben und bewarb Crystal Sake. beim angucken des auftritts übrerkommt einem/r das gefühl, er hätte vorab schon etwas daran genippt.
als die Rolling Stones ende der 80er einen tour-sponsoring-vertrag mit TDK unterschrieben, ging ein aufschrei durch die industrie, denn home taping was killing music (then). aber ex-Bauhaus sänger Pete Murphy sowie The Style Council holten sich das dabei verlorene geld via Maxell retour.
es gäbe noch viele beispiele und wenn man sich heute so alte clips reinzieht, ist es eher amüsant denn enttäuschend. ebenso wird die Florence + The Machine gemeinde besagte aktivität wohl mit einem lachenden auge sehen, anstatt sich mit einem weinenden, fortan künstlern mit (scheinbar) mehr glaubwürdigkeit zuzuwenden.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Eigenproduktion

volume


würde mal sagen, daß eine killer-soundtrack-compilation bis zu ein drittel des erfolges eines films ausmachen kann. wenn wirklich gute songs in entscheidenden szenen, passend angespielt werden, bekommt das gsanze einen positiven zusatzantrieb. aufgrund dieser harmonie ist es dann immer wieder ein erlebnis den streifen zu sehen. denke da jetzt an beispiele wie "forrest gump", "jackie brown", "the boat that rocked" (übrigens am 22.12. auf zdf, 00.30h) oder "pump up the volume".
jetzt ist es aber, je nach eigensortiment so, daß sich eventuell der kauf dieses filmbegleitenden tonträgers gar nicht auszahlt, weil man ohnehin einen großteil des verwendeten repertoires sein eigen nennt. so fertigte ich in früheren zeiten spezielle musik-kassetten an, welche von filmen bzw. dessen verwendeten liedgut inspiriert waren. darauf waren die besten songs die darin vorkamen plus eigene, zusätzliche, welche für mein gefühl auch noch gepaßt hätten - aber weiß der teufel warum nicht dabei waren. da brauchte dann der film gar nicht zu laufen, ich hörte die quasi extended version des ost ab und war praktisch im selbstverfaßten personal cut mittendrin.
dies ist so ein bißchen wie bei Michel Bondry´s "be kind rewind", wo die angestellten einer videothek, beschädigte vhs-blockbuster mit einfachen mitteln nachdrehen. bei meinen special-mix-tapes war dies eben nur akustisch und "beschädigt" war ausschließlich ich selbst. jedoch wurde (auch) meine produktion, aus technischen gründen, schon länger eingestellt.
mit solchen teilen beschenkte man sich einst selbst oder andere, doch wen soll man heute noch mit diesen selbstgebastelten juwelen beglücken, paßt doch in kein lauferk. wogegen man cd oder usb-stick nie derart aufmotzen könnte, wie damals die cases der bänder. wie manche alleine die inlays beschriftet oder verziert hatten - unglaublich. würde ins museum gehören, damit auch menschen, die dies nie erlebt haben, es sehen können. doch heute findet man solche kunstwerke maximal auf der mülldeponie.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Top 5 Grunge Alben

grunge, dieses wort wurde gegen ende der 80er (wieder-) verwendet, um zu promotion-zwecken den sound des 4ers Green River, einer relativ kurzlebigen formation, die sich infolge aber als brutstätte des sich unter diesem etikett entwickelnden musikstils erweisen sollte, zu beschreiben und blieb hängen. unter vertrag waren sie damals beim mitte `80, aufgrund eines college-projekts gegründeten label Sub Pop, welches ebenso für dieses genre steht wie seine heimatstadt - seattle - bzw. der betreffende bundesstaat - washington.
jene gegend war damals für jugendliche eher trostlos. häufiger niederschlag, meist schäbiges wetter, dies sorgte bei ihnen teilweise für frustration, depression, langweile - schlicht beschissene stimmung. somit trank man zwecks aufhellung billiges bier, rauchte gras aus der nachbarschaft und trieb sich in spielhallen, preiswerten bars oder auch einen der live-clubs rum, wo bands aus dem umfeld (seattle, olympia, aberdeen etc.) auftraten. die großen acts machten bei ihren tourneen oft einen bogen um diese ecke, was wiederum die möglichkeiten für regionale talente erhöhte. in gleicher weise fokussierten sich die tonangebenden medien auf metropolen wie new york, los angeles, san francisco u.s.w. . bei den erwähnten, nie aufwendig durchgeführten shows, bestand das publikum zu einem guten teil aus anderen musikern, fanzine-schreibern/innen, sowie typen von kleinen plattenfirmen. der rest waren losers. somit war dies stets eine gegenseitige befruchtung, böse menschen sprechen auch von inzucht.
damals bereits aktiv waren die Melvins, Skin Yard, The Thrown Ups oder die eingangs erwähnten Green River, welche sich in weiterer folge zu Mudhoney sowie Mother Love Bone splitteten. dazu kamen dann Tad, Nirvana, Alice In Chains u.v.m. . anfangs veröffentlichte man noch auf (wie gesagt) Sub Pop, C/Z Records, Estrus Records und ähnlichen. gemein hatten alle musiker diese rohe, dreckige, unpolierte, rauhe, laute, riff-haltige form von alternative rock, dessen markenzeichen hierbei massives schlagzeugspiel, tieftönige gitarren begleitet von feedback und aufgepeppt mit effektpedalen, prägende baßläufe sowie oft unterschiedliche songdynamiken waren. das ganze wurde ergänzt mit texten, welche den frust der genration (-x) wiederspiegelten, deren ängste transportierten und ihrer wut ausdruck verliehen. musikalisch inspiriert von metal, hardcore, classic rock, punk. das teilnehmerfeld bestand zumeist aus formationen. was das auftreten betraf hatte man lange, meist ungewaschene mähnen, zum teil (ziegen-) bärte und gegebenenfalls haarige ärsche. man trug zerissene, ausgefranste jeans, flannel-hemden, ausgewaschene band-shirts, sneakers, tatoos.
der trend begann sich bald darauf wie eine seuche auszubreiten. chicago, boston, new york u.s.w. . ende des jahrzehnts wurde die britische musikpresse auf dieses phänomen aufmerksam. journalisten kamen, sahen und berichteten. danach wurde die welle noch größer. die major plattenfirmen stiegen ein, schöpften den rahm ab und in weiterer folge auch den rest der brühe - was der topf hergab. es roch schlußendlich in seattle an jeder häuserecke nach big business. im frühjahr `91 eiste die David Geffen Company das trio Nirvana von Sub Pop los und im september erschien der urknall - "nevermind". MTV und ein rattenschwanz an medien sprang auf den rollenden zug auf und grunge war plötzlich fashion. es ging schlag auf schlag, die maschinerie lief. plötzlich hieß es seattle-sound und findige journalisten/innen verglichen die stadt mit liverpool, die gegend mit der merseyside.
so manchem wurde es bereits zuviel. einer davon, der von den fans zum messias der bewegung erkorene und durch die industrie gekreuzigte Kurt Cobain. seine gattin, die trash-ikone Courtney Love (Hole), gab für das boulevard im notfall auch die Mutter Maria. hier sei desgleichen angemerkt, daß frauen in der grunge-gemeinde voll respektiert waren. es gab auch involvierte acts wie z.b. L7, Babes In Toyland oder eben Hole. es existierten auch links zur riot girrrl bewegung.
besagter Kurt Cobain blies am 8. april 1994 nicht nur sich selbst, sondern praktisch dem gesamten boom das licht aus. der hype ebbte schrittweise ab. es folgten bands, die radiofreundlicher komponierten, besser ins (plattenfirmen) schema paßten. man sprach dann auch vom post grunge. obwohl, die meisten helden der hochzeit gibt es heute noch oder wieder. gerade jetzt, wo die jubiläen gefeiert werden, wie sie fallen.
hier nun die eckpfeiler, dieser von klassischer (rock-) instrumentierung getragenen revolution;



nevermind1
1) NIRVANA - Nevermind
okay, diese wahl mag manchem/r als populistisch
aufstoßen. "bleach" oder "in utero" käme wohl mit
mehr street-credibility daher, doch wie man es
auch dreht, dieser longplayer bugsierte grunge
als gesamtes in die erdumlaufbahn. dank der voll
satten wie runden produktion von Butch Vig, geht
kein instrument im sound unter. das ganze entlädt
sich wie ein donnerwetter und machte die drei prot-
agonisten teilweise bekannter als es ihnen lieb war.
drummer Dave Grohl dagegen gibt heute noch die
rampensau.


pearl-jam
2) PEARL JAM - Ten
wurden des öfteren als Nirvana-trittbrettfahrer
verspottet, obwohl manche mitglieder des fünfers
schon viel früher in der seattle-szene aktiv waren
und dieses werk ein monat vor "nevermind" erschien.
dieses debüt birgt eingängige, hymnische songs, wie
geschaffen für arenen und Eddie Vedder singt be-
schwörend, als wolle er (s)eine religion verkaufen.
dazu schweinegitarren, hämmerndes schlagzeug
sowie treibender baß. ehrliche, bodenständige arbeit,
die sich auch heute noch lohnt.


aic
3) ALICE IN CHAINS - Dirt
full heavy shit - wie die franzosen sagen. sägende
gitarren, kräftige drums, drohender baß und dazu
ein (oft) jammernder gesang von Layne Staley, der
mit seiner heroinsucht, welche er in später folge mit
dem leben bezahlte, hadert. hätte es grunge nicht ge-
geben, wär´s eben ein metal album geworden. jedoch
spülte sie der aufschwung dieses genres bis in die hit-
paraden. der imaginäre griff in die saiten ist hier un-
vermeidlich. am ende der platte schnippt man das
plektron durchs wohnzimmer.


soundgarden
4) SOUNDGARDEN - Badmotorfinger
auch hierbei, luftgitarren-spiele der brachialen sorte.
irgendwie steht man dabei breitbeinig da, mit dem
rücken zu den lautsprechern, am besten ganz vorne
an der bühnenkante, gebückte haltung, augen ge-
schlossen, im einklang mit dem instrument. das
schlagzeug hämmert links & rechts vorbei, die baß-
läufe biegen die ohren nach vorne und Chris Cornell
jault einem/r mit seinem coyotenorgan die hucke
voll. der absolute durchbruch für dieses quartett.


trees
5) SCREAMING TREES - Sweet Oblivion
über dem ganzen album schwebt die stimme von
vokalist Mark Lanegan, der sich nach dem späteren
ende des 4ers vorerst auf (bereits erprobte) eigene
beine stellte, um infolge sein glück in kollaborationen
zu suchen. auch heute noch vergeht kein jahr, wo er
nicht auf mehreren werken auftaucht. diese arbeit
ist ein atmosphärisch dichter, schwer melodiöser,
mit dem blues kokettierender longplayer, der sein heil
in gewichtiger langsamkeit sucht.
wie bei Nirvana, wo es ein u.k. 70ies psychedelic outfit
gleichen namens gab, hatten auch die Screaming Trees
einen gleichzeitigen (industrial) gegenpart am anderen
ende des teiches.


mudhoney
5) MUDHONEY - Superfuzz Bigmuff
diese vierköpfige formation, bestehend aus "seattle-
veteranen", konnte mit jenem, 6-song kurzem, ca.
23 minuten dauerndem, benannt nach den gitarren-
effekt-pedalen Univox Super-Fuzz & Electro-Harmonix
Big Muff, erstling anfangs keinen großen erfolg landen.
über die jahre wurde er aber rehabilitiert und steht
heute seite an seite mit den großen. jedenfalls kommt
diese (mini) lp rüber, wie man sich club-atmosphäre
vorstellt. hier dampft der grunge undestilliert, rauh,
treibend, ungeschliffen, authentisch.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Worthülsen

perry


nun, vielleicht hatte ich kürzlich ja nur einen schlechten lauf, doch kommt mir vor, auf den konzertbühnen wird wieder mehr geredet. was, streng gerechnet, auf kosten der musikalischen darbietung geht. da suchen künstler/innen scheinbar krampfhaft den verbalen kontakt mit dem publikum und erzählen sachen, die kaum ein schwein interessiert. dies wirkt manchmal schon wie folter bzw. ein spielen auf zeit. also ich bin nicht neugierig wie die reise war, was es zu mittag gab oder den plan für den rest des (freien) abends. sightseeing, kultur oder faule haut - wen juckt es? komme ja hierher um einen abzurocken und nicht einer spoken word performance zu lauschen.
apropos letzteres; frage mich immer welche leute zu diesen, scheinbar schon alljährlichen, plauderabenden von Henry Rollins gehen? kann die Rollins Band live nur empfehlen, doch sein gelaber muß ich nicht haben. kommt für mich rüber wie ein etwaiger liederabend mit den Klitschko brüdern.
wenn den (musik-) protagonisten nach small-talk ist, sollen sie sich nach getaner arbeit an den merch-stand stellen. das kurbelt das geschäft an und es gibt mehr zu schwätzen als man glaubt. on stage allerdings, bitte konzentration auf das wesentliche. dieses mitunter ellenlange gerede zwischen den songs stört total den ablauf, kühlt die stimmung ab und ist nur für wenige, die ohnehin alles bejohlen, wirklich von interesse.
genau jene typen, die auf der bühne zu allem etwas zu sagen haben und sich eventuell auch noch spaßhalber gegenseitig aufziehen, sitzen nach dem auftritt wohl stumm in garderobe oder tourbus und starren ins leere, weil zwischenmenschlich damit möglicherweise alles besprochen ist. da ist eine denkbare unterbrechung der darbietung aufgrund interner reibereien schon origineller, denn da bekommt man noch zusätzliches für sein geld geboten und nimmt eventuell ein "unvergeßliches" erlebnis mit nach hause.
so rastete der bebop bassist/pianist/bandleader Charles Mingus während eines konzerts an der University Of California im september `65 aus, weil teile der mitmusiker seinen improvisationen nicht folgen konnten. er schickte die "bremser" umgehend zum proben in die ruheräume und spielte mit halber mannschaft weiter. auch vokalist/gitarrist sowie gründungsmitglied und nunmehr alleiniger fixstern der 1990 aus der taufe gehobenen indie-rock-band Brian Jonestown Massacre, Anton Newcombe, versteht bei mißtönen keinen spaß. so sieht man in der 2004er dokumentation "dig!", wie er während einer performance handgreiflich wird und man anschließend kollektiv abtritt.
miese stimmung gleichfalls beim (damals) letzten konzert der country-rocker Eagles in long beach, california im juli `80. damals war die bandinterne kacke bereits am überkochen. der gegenseitige haß wurde während des sets durch beschimpfungen zu ausdruck gebracht. übergriffe konnten nur mühevoll verhindert werden und backstage soll es angeblich rund gegangen sein. ja, da hat man dann mitunter selbst etwas zu erzählen und nebenbei t-shirt oder ticket als beweis. doch ansonsten halte ich es immer noch mit Aerosmith gitarren-schwinger Joe Perry - "let the music do the talking".

Sonntag, 27. November 2011

Perlentaucher Nr. 16

rah-band
künstler: RAH BAND
album: The Crunch & Beyond


also meinem schwager geht instrumentalmusik total am ohr vorbei. er versteht zwar fremdsprachige texte kaum, möchte den gesang aber nicht missen. da singt er dann auch gerne mal aus vollem rohr mit, was er eben denkt zu verstehen. erinnert mich dann textlich immer etwas an Sigur Ros, aber es gehört für ihn einfach dazu, eine stimme sollte nicht fehlen und dies unterstreicht er mitunter lautstark. somit hat er den hier abgehandelten tonträger nicht im (gesangs-) repertoire.
verantwortlich für dieses werk ist der gegen ende `43 im norden englands geborene Richard Anthony Hewson, dessen musikalisches wirken bereits während der 60er in aufnahmestudios begann. infolge werkte er an arrangements für u.a. The Beatles, Mary Hopkins, Carly Simon oder Supertramp. arbeitete mit James Taylor sowie Herbie Hancock und produzierte (später) in den 80ern z.b. Five Star, Shakin´ Stevens als auch Cliff Richard. durchwanderte auf seiner reise somit himmel & hölle. er dirigierte manche einspielung auch mal selbst, mischte ab und war generell multi-instrumentalist. kurz gesagt, ein hans dampf in allen gassen, da lag die eigenständige karriere auf der hand.
mitte der 70er hatte er genug vom arbeiten für andere und wollte sein ding durchziehen. es gab da auch schon die melodie für ein stück, welches später "the crunch" heißen sollte. darauf wollte er aufbauen und hob in weiterer folge 1977 (The) RAH BAND, benannt nach seinen initialen, aus der taufe. im selben jahr brachte er via Good Earth label die oben erwähnte, selbst-produzierte, -komponierte wie -eingespielte musiknummer auf den markt. es wurde ein top-ten-hit, RCA records kam ins boot und 1978 erschien die debüt-lp "the crunch & beyond". musikalisch unterstützt wurde er dabei von Peter King am saxophone, Barry De Souza / schlagzeug als auch dem percussionisten Tony Carr, die er, um dem gruppennamen gerecht zu werden, als bandmitglieder anführte. ergab in summe ein album, welches leuten, die in den späten 70ern für verschiedene stile offen waren, definitiv nicht unbekannt war, das in den charts anschreiben konnte, jedoch in diesem jahrtausend praktisch vergessen ist/war - es wurde heuer wiederveröffentlicht.
der lieder-zyklus beginnt mit der grundidee, "the crunch", dessen rhythmus beim durchhören des gesamtwerks immer wieder mal auftaucht. ein song, der hochfährt wie ein computer, der anschließend den körper des/der zuhörers/in mit seinen beats durchzuckt, was wiederum ein (zumindest) mitwippen unerläßlich macht. der nächste knüller folgt mit "electric fling" auf den fuß und nun kann mir keine/r mehr sagen, daß man hierbei noch auf der couch herumlungern kann. weiter geht es mit dem zackigen "concrete", zeit zum verschnaufen liefert erst das reggae-/dub-lastige "is anybody there?". das groovy, jazzy, funkige, nach 70er detektiv-serie klingende, im (album-) titel verankerte "beyond" beendet die a-seite.
der zweite abschnitt zieht das tempo wieder an und eröffnet mit dem pumpenden "spacerace", gefolgt vom trippigen, orientalisch angehauchten "turkey roll" sowie dem treibenden "vampire vamp". man kann sagen, die songtitel sind nicht aus der luft gegriffen, sondern sie passen. dies gilt auch für das schmissige "woogie boogie". den abschluß bildet eine kurzreprise von "the crunch". musik auch irgendwie ideal zum fernsehen, denn damit wird gleichfalls die längste werbeunterbrechung wie das ödeste programm zum erlebnis. einfach die röhre auf "mute" stellen und die schrägen figuren im kasten zur musik tanzen lassen. wenn jemand abschließend noch klangreferenzen braucht, dann würde ich Mike Oldfield, Manfred Mann (zur zeiten der Earth Band) oder auch Jean Michel Jarre anführen.
1981 erschien der schlicht "the rah band" betitelte nachfolger, welcher total auf den disco-dancefloor abzielte, was dem projekt clubhits bescherte. zwei jahre später kam "going up", erstmals mit vocals, der sound nochmals geschmeidiger wie farbloser. 1985 brachte schlußendlich "mistery" sowie den darauf enthaltenen, zweiten top-ten-hit "clouds across the moon", gesungen von seiner damaligen frau Liz.
auf verschiedenen labels erschienen immer wieder spezielle tunes, remixe, compilations als auch re-releases - bis heute. später machte Hewson musik für fernsehen & werbung, somit schließt sich der kreis in gewisser weise. auch schießt er hin & wieder mal einen dance-track aus der hüfte, doch den standard des debüts konnte 0der wollte er nicht mehr erreichen. war wohl nicht mehr sein ding.
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in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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