Welsh Jukebox

diesen beitrag wollte ich eigentlich am 3. august 08, also
unmittelbar vor meiner abreise nach Cardiff via London,
veröffentlichen, doch der twoday-server machte mir einen
strich durch die rechnung. mittlerweile bin ich wieder zurück
aus dem Vereinigten Königreich. mit musikalischen souvenirs,
ein paar dosen baked beans und jeder menge impressionen.
die walisische hauptstadt hat ja inzwischen zwei wahrzeichen.
erstens das Cardiff Castle, einst von den römern, die 400 jahre
"zu gast" blieben, zur absicherung des River Taff erbaut und
das im juni 1999 eröffnete Millennium Stadium. letzteres bat
während meines besuches traurigerweise keine touren an, da
frau Ciccone am 23. august ebendort antanzt und man das
gesamte monat für auf- und abbau benötigt. danke madonna!
die ca. 300 000 einwohner-stadt ist architektonisch interessant,
überschaubar, nicht zu hektisch und sofern man zentral wohnt,
kann man alles auch zu fuß erkunden. selbstverständlich ist auch
das lokale Hard Rock Cafe einen besuch wert. es stellt neben
einer menge gestifteter bzw. erworbener instrumente (vor allem
gitarren) unter anderem auch garderobe von Tom Jones, Elton
John, Bono sowie der überaus hartrockenden Kylie Minogue aus.
abschließend ging es noch ins totale gegenstück - nach London.
massen von menschen sind in der millionenmetropole unterwegs
und hektik ist trumpf. dies wird einem so richtig bewußt, wenn man
gerade ein paar tage in Cardiff verbracht hat. die allgegenwärtige
preisspirale ist mir diesmal besonders aufgefallen. trotzdem gibt es
immer noch konzerte in pubs, wo man aufstrebende bands, aber
auch etabliertere acts, bei freiem eintritt ansehen kann.
nun aber den scheinwerfer auf die walisische tonkunst, die trotz
der geringen fläche des landes, immer interessante künstler aber
auch stars hervorbringt;
a) Anthony Reynolds - a quiet life
war ehemals mitglied der sechs-köpfigen waliser formation Jack
und hatte nebenbei auch noch ein zweites projekt laufen, doch
als ihm der trubel zu viel wurde stieg er aus und startete eine
solokarriere. veröffentlichte zu jahresbeginn bereits sein
zweites werk "british ballads".
b) Shirley Bassey - it must be him
geboren und aufgewachsen in tiger bay, cardiff als jüngste von
sieben kindern. tourte bereits mit 16 jahren im rahmen einer revue.
nach weiteren engagements bekam sie eine rolle am londoner
west end. von da an ging es bergauf und in folge mit James Bond
durch die decke.
c) Stereophonics - a thousand trees
das trio konnte die magie ihres debüts "word gets around" leider
nie mehr reproduzieren. nach einer späteren umbesetzung wurde
maximal das betriebsklima besser. liefen aber trotzdem in meiner
absteige rauf und runter.
d) Young Marble Giants - constantly changing
gegründet 1978 (abermals) in cardiff, erschien 1980 ihre erste
und zugleich letzte lp "colossal youth". im selben jahr erfolgte,
nach weiteren eps, die auflösung der zusammenarbeit aufgrund
interner differenzen. post-punk-klassiker!
e) Super Furry Animals - show your hand
seit 1995 aktives quintett, das während der hochzeit der britpop-
welle als aushängeschild des walisischen zweiges galt. immer
noch tätig, doch die beste zeit liegt hinter ihnen. nahmen einst
auch ein album in der welsh laguage auf.
f) Los Campesinos! - death to los campesinos!
7-köpfige indie-rockband, die sich auf der universität von cardiff
fand und heuer ihr energiegeladenes erstlingswerk "hold on now,
youngster" auf den markt brachte. nennen sich allesamt Campesinos
mit nachnamen.
g) Manic Street Preachers - tennessee
an und für sich die top-band aus wales, doch die letzten drei
alben konnten dies nicht untermauern. spielten einst sogar für
Fidel Castro, aber das revolutionäre ging beiden parteien mit
den jahren verloren.
h) Taint - what the crow saw
1993 gegründetes trio aus der (musik-)hauptstadt von wales,
dem ein gepflegtes riff am herzen liegt. kann seine hard rock
inspiratoren nicht verbergen. sollen auch live einen blick wert
sein.
i) Tom Jones - riders in the sky
brachte es vom straßensänger zum dauergast auf den bühnen
von las vegas. der könig der entertainer könnte einen kinderreim
singen und es hätte das gewisse etwas. tourt immer noch uner-
müdlich und gibt diverse standards zu besten.
j) Goldie Lookin´ Chain - your mother´s got a penis
mehrköpfiges hip hop kollektiv aus newport, südwales, welches
ironischerweise mal im vorprogramm der glamrocker The Darkness
spielte. der obige song beruht auf einem sample des Yellow Magic
Orchestra´s und wie der titel vermuten läßt, kommt bei den reime-
schmieden der spaß nicht zu kurz.
turntable - 10. Aug, 18:11
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