Sonntag, 7. August 2011

Talentfrage

tubular-bells


also wenn man sich so mit der musikwelt beschäftigt, dann überkommt einem manchmal der wille, selbst etwas zu kreieren oder zumindest nachzuspielen. es drängt sich der gedanke auf - ein instrument vom pfandleiher, drei akkorde, etwas rückenwind und man ist dabei. habe es nach diesem motto einst selbst versucht. zwei gitarren-griffe waren bereits ausgearbeitet, ein dritter in planung, doch irgendwie dauerte der zeitabstand zwischen den einzelnen tonabständen zu lange. bis sich die griffel fürs eröffnungsriff formiert hatten, kam quasi bereits der refrain. so hielt ich nach anderen möglichkeiten meiner kreativität freien lauf zu lassen ausschau. da fielen meine augen auf das piano meiner schwester, doch als ich mich hinsetzte, um in Jerry Lee Lewis manier die tasten zu bearbeiten, flogen mir umgehend zwei dieser schwarzen "übertasten" um die ohren. meine eltern waren natürlich not amused und schwesterchen, der mein pubertäres rock-star-gehabe ohnehin ein dorn im auge war, goß noch etwas öl nach. dies endete in einem berührungsverbot, welches ich in abwesenheit der familie natürlich ignorierte, um an meiner version des "flohwalzer" zu arbeiten.
bald darauf verschwand das instrument und ich versuchte als vokalist durchzustarten. dachte eben, es wäre die einfachste lösung, doch als ich mal für eine dieser festzeltgruppen vorsang, verpaßte ich blöderweise dauernd den einsatz, was mich wiederum derart nervös machte, daß es auch stimmlich nicht klappte. obwohl ich schlußendlich einsah, mein stimmumfang entspricht eher jenem von Jean-Michel Jarre oder Vangelis. das war es dann gewesen, obwohl man immer wieder von bands oder künstler/innen liest/hört, die es aus dem nichts zur karriere brachten.
so zum beispiel Dave Grohl, der lernte das schlagzeugspiel angeblich in seinem jugendzimmer, als er auf kissen zu seinen tonträgern trommelte. dann war er plötzlich drummer von Nirvana, dem späteren projekt Them Crooked Vultures, saß an den becken für alle möglichen leute und ist hauptberuflich gitarrist seiner stadionrocker Foo Fighters.
oder Sid Vicious, der konnte nun wirklich kein instrument bedienen, seine sangesleistung entsprach der eines ausgebeulten nachtopfs, trotzdem war/ist er aushänge-bassist der punkbewegung und hatte ein soloalbum namens "sid sings" am markt. das gegenstück hierzu wäre dann "turntable plays".
andererseits erzählen gitarrenvirtuosen wie Jeff Beck, Jimmy Page oder Jeniffer Batten, daß sie sich zu übungszwecken über jahre hinweg die finger wundspielten. gut, dies leuchtet ein, jene ambition ließ ich vermissen, wollte die schnelle kohle machen. doch gibt es auch musiker/innen, okay, einige etagen tiefer, deren ehrgeiz war ebenso nicht unbedingt zwingend. so die in den 90ern aktiven hard rocker The Wildhearts, welche prahlerisch meinten - we don´t demo, we don´t rehearse, we´re Ramones fans. desgleichen war bei der riot girrrl bewegung die musikalische fingerfertigkeit kein unbedingtes muß. wohl auch bei den deutsch-punks Die Ärzte, sie proben angeblich niemals im vorfeld einer tournee. das kommt für mich so rüber, wie wenn jemand zum fischen rausschippert, seine alte, löchrige unterhose ins wasser hängt und letztlich mit dem dicksten fisch heimkommt.
wie auch immer, die wahrheit liegt wohl in der mitte. mit angeborenem talent tut man sich eben leichter. so wie, zwecks exempel, der ehemalige Rolling Stones gitarrist Brian Jones. dem sagte man nach, er hätte sich bloß 15 minuten mit einem instrument beschäftigen müssen und konnte es spielen. gleiches gilt für Prince, der schon gerätschaft bediente, da ging er noch gar nicht zu schule. beziehungsweise Mike Oldfield, er spielte auf seinem 73er solodebüt "tubular bells" die meisten (mehr als 20) instrumente selbst ein.
da ist es für manche noch ein weiter weg, doch andere sind bereits da, weil sie durch die hintertüre reinkamen.

Sonntag, 31. Juli 2011

Top 5 Glam Rock Bands

das epizentrum dieses trends lag in großbritannien - musikalisch wie popularitätsmäßig. die druckwelle überzog das westliche europa und ein leichtes beben war auch in den staaten zu spüren. dort hauptsächlich in den ballungszentren, mit auswirkungen vor allem für später entstehende (musik-) stile. würde man den beginn als auch das ende dieser bewegung mit ereignissen belegen wollen, so wäre ersteres (grob gerechnet) gewesen, als Marc Bolan ende `69/anfang `70 ein paar alte damenklamotten aus second-hand-shops fischte, den namen seiner band Tyrannosaurus Rex auf T. Rex kürzte, das personal aufstockte, von der acoustic- auf die e-gitarre umstieg und vom hippie zum glam-god mutierte. zweiteres dann als der punk nach halbzeit der 70er über alles hinwegrotzte.
den medialen quantensprung vollzog das ganze als David Bowie in einem Melody Maker interview anfang `72 verkündete, er sei homosexuell. infolge war die szene überall präsent und auch so manchem pfarrblatt war dies eine spalte wert. es wurden schlagzeilen wie "homo superior", "bricklayers in drag" oder "all that glitters is gay" fabriziert. aufgrund des allgemeinen aufschreis stufte sich David auf bisexuell herab, was wiederum Bolan zum bekenntnis er sei trisexuell veranlaßte. eine genauere erklärung dieses phänomens blieb er aber schuldig. eventuell war hier das haustier auch mit im spiel. schlußendlich sah sich auch Suzi Quatro, eine der ganz wenigen frauen in diesem männerdominierten musikzweig, genötigt klarzustellen - "all of my band are real men".
prinzipiell aber zählte stil vor substanz - hierbei handelte es sich eben um leichtere unterhaltung. kitsch war trumpf - keine politik, keine botschaft, alles showbiz. styling war die halbe miete - eyeliner, glitter, schal, federboa, knallender hairstyle sowie schräges schuhwerk. mit dieser formel standen studiomusiker plötzlich im rampenlicht, never-beens in der hitparade und manufakturierte popsterne regierten.
wogegen, was die fans betraff, war es eine sache des feelings. da war man dabei oder nicht, verstand es oder stand daneben. was mich wiederum an meine jungen jahre erinnert, als ich einen großen glitterstern auf meiner samtjacke hatte, ruß an den augenlidern und in mutter´s plateaustiefeln durchs dorf stampfte. da griff sich so mancher von den bewohnern in anerkennung an den kopf. hier kam kein blender oder trittbrettfahrer daher, sondern jemand der es vorlebte. dies verstand die mitbevölkerung instinktiv.
musikalisch betrachtet waren die einflüsse (old-school) rock & roll, beat, blues, rockabilly, rock, (bubblegum-) pop. die markenzeichen des sounds waren treibender rhythmus, fußstampf-beats, geklatsche, chorgesänge sowie ein packender refrain - er war das herzstück eines jeden songs, alles mußte sich ihm unterordnen. angesagte plattenlabel waren RAK, Bell oder (immer wieder) RCA. verantwortlich für die erfolge waren songschreiber wie Mickie Most bzw. Nicky Chinn & Mike Chapman sowie produzenten namens Tony Visconti, Mike Leander als auch Pete Shelley. abgezielt wurde auf den teenager-7-inch-markt und natürlich die hitparaden.
als der zauber vorbei war, gab es nur für wenige protagonisten ein leben danach. hier aber nun die glam rock elite;


t-rex
1) T. REX
vorreiter der glam-welle. diese formation (in den
besten zeiten ein quartett) gab den ton an und die
mode vor. zugeschnitten war alles auf das aushänge-
schild wie mastermind Marc Bolan, der seine drei
akkorde immer wieder neu durchgemischt aus dem
hut zauberte und damit stets einen chartstürmer an
der hand hatte, bei welchem man dann immer rätseln
konnte, was denn zuerst da war - das riff oder der titel.
die texte selbst waren nebensache, je weniger davon
verstanden wurde, desto besser waren sie. an Bolan
konnte man aufstieg wie fall des genres bemessen. war
später förderer als auch ziehvater der aufkommenden
punkrevolte, bevor er bei einem autounfall starb.


ziggy
2) DAVID BOWIE & THE SPIDERS FROM MARS
Bowie war ohnehin ein eckpfeiler des glam. er trieb
ihn voran, nicht nur musikalisch, sondern ebenso
style- wie promotionmäßig. gleichfalls war er einer der
ganz wenigen, die auch in den staaten erfolg hatten.
aber fast genauso wichtig in dieser phase, seine damalige
und zugleich ultimative begleitband die Spiders. sie
standen unter diesem namen nur auf einem gemein-
samen album (plus ein weiteres ohne den meister),
dem absoluten genre-klassiker "ziggy stardust". doch
waren sie zugleich das rückgrat der lps "hunky dory",
"aladdin sane" als auch "pin-ups". schlagzeuger Mick
Woodmansey (bei letzgenannter platte nicht mehr
dabei), bassist Trevor Boulder sowie mr. glam guitar
Mick Ronson.


slade1
3) SLADE
dieser 4er kam anfangs rüber wie eine truppe hafen-
arbeiter. dazu paßte, daß sänger wie co-songschreiber
Noddy Holder eine stimme wie ein rostiges nebelhorn
hatte. da half keine lutschtablette. als die bewegung
durchstartete, hielt auch bei ihnen originelle(re)
kleidung sowie glitter einzug. schüttelten einen mitsing-
stampfer nach dem anderen aus dem ärmel, wobei die
songtitel eine zeit lang dem volksmund nach buchstabiert
wurden. als die modewelle abebbte, wandte man sich
mehr dem hard-rock zu. konnten während der 80er
mit glatterem sound einen zweiten frühling feiern.
nach ausstieg von Holder & Jimmy Lea war der ofen
(kreativmaßig) aus. gitarrist Dave Hill sowie drummer
Don Powell touren heute noch mit ersatzmusiker - zum
schrecken der wahren fans.


sweet
4) SWEET
begannen als plumpe pub-rock-band, bevor sie auf
Chinn/Chapman trafen, die ihnen anfangs ein paar
bubblegum-pop-hits auf den leib schrieben. infolge
wurde der sound der mode angepaßt, schritt für
schritt härter und die vierköpfige formation mutierte
optisch wie musikalisch zu leitfiguren des glam. was
wiederum immer höhere verkaufszahlen mit sich
brachte. danach stellten sie sich im größenwahn auf
eigene füße, entfernten sich zug um zug vom bisherigen
image wie klangrichtung und versanken infolge langsam
in der bedeutungslosigkeit. differenzen untereinander,
alkohol, drogen, egotrips taten ein übriges. es gab immer
wieder irgendwelche reunions, doch nie mit sänger Brian
Connolly, der, bis er sich zu tode soff, sein eigenes ding
durchzog.


roxy-music
5) ROXY MUSIC
also hier ist hauptsächlich die rede von den "Eno-
years", sprich die ersten beiden alben ("same", "for
your pleasure"). da war dieses von The Velvet Under-
ground inspirierte sextett, welches fast ausschließlich
aus kunstschülern bestand, optisch wie musikalisch am
glam dran. das showbiz-element kam nicht zu kurz,
stets mit einem schuß ironie, jedoch nie billig, denn sie
setzten von beginn weg auf niveauvolle musik. sänger
plus songschreiber Brian Ferry drängte auf einen melo-
diöseren sound, sein namensvetter Eno hielt dagegen,
schrieb selbst, hätte sich gerne mehr eingebracht, strich
aber schlußendlich die segel und ging. ferry führte die
gruppe nunmehr peu à peu in kommerziell erfolgreichere
gewässer. glam- wurde zu art- und schlußendlich
pop-rock. mitte `76 trennte man sich, um ende
des jahrzehnts eine (umbesetzte) reunion zu feiern, die in
den frühen 80ern ihr aus fand, um zu beginn der ooer
jahre wiederholt zu werden.


mott
5) MOTT THE HOOPLE
ende der 60er gegründetes quintett, bei dem kurzfristig
(1974) auch "Spider" Mick Ronson dabei war. anfangs
gestandene jedoch eher erfolglose rocker. live gerne
gesehen, doch in den charts nur zaungäste. wollten sich
schon auflösen, als David Bowie 1972 nach einem konzert
in die garderobe kam, sie zum weitermachen überredete,
ihnen die komposition "all the young dudes" überließ,
das gleichnamige album produzierte und dabei die glam-
richtung vorgab. dies läutete ihre erfolgreichste phase
ein und ihr wirken führte infolge auch zu einfluß
auf die punk-nachkommen. mit dem ausstieg von
sänger & hauptsongschreiber Ian Hunter ende `74,
endete der zauber. feierten `09 eine kurze, vielbeachtete
wiedervereinigung.

Sonntag, 24. Juli 2011

Victim Of Soul

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AMY JADE WINEHOUSE, geboren (14. september 1983) und aufgewachsen an der londoner peripherie, hatte bereits während der grundschule verstärkt musikunterricht. daheim sang sie nebenbei noch mit vater Mitch, alte Frank Sinatra klassiker. doch dieser verließ mutter Janis, den älteren bruder Alex sowie AMY, als diese neun jahre alt war. sie litt mit ihrer mutter. musikalische gehversuche unternimmt sie auch mit schulfreundin Juliette Ashby, inspiriert von jazz, soul als auch r&b. bekam mit 13 eine gitarre geschenkt, besuchte (teilweise) theater- wie kunstschule, wurde infolge vom National Youth Jazz Orchestra engagiert und ihr dortiges mitwirken stach dem management-team von Simon Fuller ins auge. die verschafften ihr, auf basis von demoaufnahmen, ende 2002 einen plattenvertrag mit Island Records.
im folgejahr kam ihr von Salaam Remi & Gordon Williams getrennt produziertes debüt "frank" auf den markt. die darauf enthaltenen songs, von WINEHOUSE mitgeschrieben, erzählten von verletzten gefühlen und waren jazzig angehaucht. in summe aber war die (damals) ehrgeizige künstlerin damit nicht ganz zufrieden - auch mit den verkäufen nicht. sie wußte es geht noch besser. durch einen managementwechsel und mit dem bewährten Remi plus neuzugang Mark Ronson, anteilig an den reglern, als auch der teilweisen unterstützung durch das in brooklyn, u.s. stationierten musikerkollektiv The Dap-Kings, sollte dies gelingen. man erarbeitete einen longplayer im neuen soulgewand, der old-school rüberkam und nachkommen wie Duffy, Aloe Blacc oder Adele den weg ebnete. AMY steuerte dazu die höchst-persönlichen texte bei, welche sich hauptsächlich um ihre partnerschaftsprobleme mit dem taugenichts Blake Fielder - Civil, den sie 2007 trotzdem ehelichte, sich jedoch 2 jahre später, nach öffentlich dokumentierten auf & ab, von ihm wieder scheiden ließ, drehten. diese destruktive, drogen-wie alkoholgetränkte beziehung, war für die sängerin emotional nie beendet und blutete sie aus.
jenes 2006 veröffentlichte zweitwerk, "back to black", riß der welt ein loch und zog den erstling mit. basis dafür waren die eingängigen musikstücke, eine der herausragendsten, unverkennbaren stimmen der 00er als auch ein exzessiver lebenstil der akteurin. sie begann im nu-jazz, meisterte den nu-soul aber lebte den rock & roll. alkohol, drogen, tabletten, daraus resultierende depressionen, eßstörungen, tendenz zur selbstverletzung und kein ausgelassenes fettnäpfchen, waren mehr futter als die medien verarbeiten konnten. dazu kam noch der bevorzugte umgang mit figuren, die ebenso am abgrund tänzelten. dadurch brauchte sie 5 jahre kein neues album vorweisen und trotzdem kannte sie jeder klosterbruder. so schnell wie ihr künstlerischer stern aufging, versank ihr privater.
es gab rehab- sowie spitalsaufenthalte um ihr leben in den griff zu bekommen, doch geholfen hat nichts. konzertabsagen begleiteten den zweiten teil ihrer karriere. auch das umfeld konnte oder wollte keinen guten einfluß nehmen, als zugpferd war sie aber gern gesehen. nachdem anfang des jahres bereits konzerte schiefliefen, wollte man es mitte des jahres abermals versuchen. doch der auftakt der europa-tournee in belgrad war derart schlecht, daß WINEHOUSE die bezahlung dafür ablehnte. infolge wurden die restlichen termine gestrichen, die hinterleute wollten vorerst den gesundheitszustand ihrer aktie stabilisieren - obwohl ich aus heutiger sicht nicht unbedingt den eindruck habe, daß man sie dabei groß unterstützte. zusätzlich attackierten hacker ihre website.
vergangenen mittwoch kam AMY während einer show ihres patenkindes, des 15-jährigen soul-pop-sternchen Dionne Bromfield, die ihre neuveröffentlichung "good for the soul" im londoner Roundhouse zelebrierte, auf die bühne um die stimmung anzuheizen. gestern nachmittag wurden sanitäter zu WINEHOUSE´s wohnung gerufen, wie damals in `07, doch diesmal wurde sie leblos vorgefunden. ermittlungen laufen, von einer überdosis darf ausgegangen werden. wer den notruf betätigte ist noch unklar. jede/r die/der ihren werdegang verfolgte wußte, es konnte nur auf diese weise enden, die frage war nur wann. trotzdem kam es irgendwie überraschend. abwarten was die musikarchive nun zum vorschein bringen.

Sonntag, 17. Juli 2011

Berufskrankheit

ringo


der einstige The Beatles schlagzeuger Ringo Starr, welcher nunmehr mit seiner All Starr Band hauptsächlich die eigene solo-vergangenheit zelebriert, derzeit europa betourt und heute sonntag in wien auftritt, hat einem österreichischen News magazine im interview mitgeteilt, daß er auch noch nach 50 berufsjahren unter lampenfieber leidet. dies beginnt vorab mit nervosität, steigert sich bis er am liebsten davonlaufen würde und ist vorbei sobald er das mikrophon in der hand hält.
nun, leichtes kribbeln in der magengegend hält einem ja lebendig, fördert die vedauung und schützt in gewisser weise vor routine, doch dachdecker/innen mit höhenangst, klaustrophobische kanalarbeiter oder sanitäter/innen, welche kein blut sehen können, sind irgendwie im falschen job. oder kann man sich eine/n vertreter/in vorstellen, die/der den kunden zur begrüßung vor die geschäftstüre reihert?
tja, Ringo´s ehemaliger bandkollege John Lennon würde in diese kategorie passen. er war vor allem in späteren jahren, als er nur mehr selten auftrat, ziemlich unsicher und ließ daher seinen mageninhalt regelmäßig in der garderobe. aber auch Paul McCartney gab einst in einem interview zu, er hätte am anfang der karriere sowie zu beginn seiner solo-laufbahn unter bühnenangst gelitten. bleibt nur mehr George Harrison und der hatte generell probleme mit großen menschenmengen.
The Band konnten gleichfalls ein lied davon singen bzw. benannten auch das dazugehörende, vom tourleben inspirierte, 70er album danach - "stage fright". sänger wie gitarrist Robbie Robertson hatte in dieser sache (manchmal) sogar einen hypnotiseur mit auf reisen. der mittlerweile verstorbene bassist Rick Danko, er sang das titellied, hatte ebenso leichte probleme und manche quellen behaupten, es drehte sich auch um den ehemaligen dienstgeber Bob Dylan, der, als er in der n.y. folk-szene neu auftauchte, ohnehin als schüchtern galt.
nächster fall, perückenfetischist Phil Spector, dieser tat seine ersten, gelungenen karriereschritte im kreise von The Teddy Bears. doch da er ebenso unter lampenfieber litt, konzentrierte er sich, nach deren baldigem ende, erfolgreich auf die studioarbeit, abseits der bühnen.
Elvis Presley bewegte in frühen jahren seine untere körperhälfte als hätte er schweres nervenzucken. dies soll gleichfalls eine nebenwirkung des besprochenen themas gewesen sein. denn angeblich schlotterten ihm derartig die knie, daß er versuchte jenes mit ausufernden bewegungen zu kaschieren. den mädels gefiels und so behielt er es bei. mit zunehmender leibesfülle wurde es immer schwieriger, aber da hatte er sicher schon irgendwelche pülverchen dagegen.
dieses (relativ) kleine problem, das eventuell mehr künstler/innen betrifft, als man annehmen möchte, hat bereits einen eigenen geschäftszweig geschaffen. da gibt es eigene trainings, tabletten, hypnose, betreuer/innen, kliniken, meditationsmaterial, seminare u.s.w. . hier ist mehr geld zu holen als vorstellbar. früher hat man solche marotten verdrängt, indem man sich entweder einfach auf die studioarbeit konzentriert hat und nur für wenige anlässe vor publikum aufgetreten ist, oder man hat sich mit alkohol, drogen oder beidem beruhigt.
mit ersterem probierte es auch Chan Marshall, freunden/innen interessanter stimmen besser bekannt als Cat Power. um ihrer unsicherheit frau zu werden, begann sie zu trinken. dies führte zu depressionen, welche in einem suizidversuch mündeten. mittlerweile soll sie ja wieder trocken sein, doch ob sie die anderen geister auch vertreiben konnte, ist nicht bekannt.
heute laufen die uhren ohnehin anders. shows sind das tägliche brot und exzesse werden nicht mehr so leicht toleriert. professionalität ist gefragt. da heißt es pobacken zusammenzwicken und durch.

Sonntag, 10. Juli 2011

Zeitaufnahme

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vom einstigen promo-plakat "Woodstock 3 days of peace & music", gibt es heute wahrscheinlich 100 oder 1000 mal mehr (nach-) drucke, als damals aufgelegt wurden. man sieht zum beispiel im fernsehen einen film, dessen thematik in den 00er jahren angesiedelt ist und im hintergrund taucht dieses poster auf. kenne zudem selbst leute, welche es an der wand befestigt haben. solche, die einst noch gar nicht auf der welt waren und jene, die zum gegebenen zeitraum in den kinderschuhen steckten. es hat nun weitaus mehr bedeutung, als zum eigentlichen zeitpunkt. steht für good feeling, positive vibes, love & peace aber auch naivität. sprich - den höhepunkt der hippie-kultur.
wogegen das ende dieses "traums" (zeitmäßig gesehen) nicht mehr weit entfernt lag. die Manson morde, das Kent State massaker oder, in musikalischer hinsicht, Altamont. dieses free-concert auf der gleichnamigen rennbahn, organisiert von The Rolling Stones, mit n.a. Jefferson Airplane oder The Flying Burrito Brothers, steht (rückblickend betrachtet) für die häßliche fratze der 60ies. weil der ordnerdienst, durchgeführt von der motorrad-bruderschaft Hells Angels, aus dem ruder lief und ein junger mann - Meredith Hunter - den gewaltsamen tod fand. genau ein leichnam zu viel, doch auf solchen veranstaltungen gab es (gegenwärtig betrachtet) schon mehr opfer zu beklagen, als dieses unglückliche eine, welches den ruf von Altamont zementiert.
so 2000 beim dänischen Roskilde Festival, als während des Pearl Jam sets 9 fans zu tode gedrückt, sowie über 40 verletzt wurden. 2008 gab es zwei tote als auch sechs verletzte beim Norway Rock Festival, wo acts wie Alice Cooper oder Motörhead aufspielten, wegen kohlenmonoxyd-vergiftung. auch beim World Music Festival Mawazine 2009 in rabat, wo dazumal u.a. Stevie Wonder, Khaled bzw. Alicia Keys auftraten, wurden über 10 personen, darunter auch kinder, totgetrampelt, nachdem es zu einer panik nach ende kam. kommende woche jährt sich auch die tragödie der Love Parade in duisburg. diese wurde von einer deutschen zeitschrift als "das Altamont der techno szene" bezeichnet.
nun, den vergleich einer deutschen veranstaltung mit dem waterloo der Rolling Stones, hatten wir aber schon mal. im bezug auf das Love + Peace Festival auf der ostsee-insel fehmarn, september `70. ein 3-tages-event, welcher später vor allem dadurch berühmtheit erlangte, weil er den letzten auftritt von Jimi Hendrix überhaupt bot. heute steht ebendort ein gedenkstein in erinnerung an ihn, aber damals wurde er mit buh-rufen sowie beschimpfungen empfangen. nebenbei gabs Canned Heat, Sly & The Family Stone, Ton Steine Scherben u.v.m. . die deutschen Hells Angels erzwangen sich im vorfeld unter gewaltanwendung den ordnerdienst und praktizierten anschließend ihre eigene interpretation davon. diese war meilenweit vom propagierten motto entfernt. zusätzlich ergaben teilweise katastrophale wetterbedingungen die passende kulisse für diebstahl, gewalt, zerstörung, verletzte, brandstiftung, waffengebrauch, raub, chaos. zurück blieb für alle beteiligten ein bitterer nachgeschmack.
selbstverständlich gibt es auch immer wieder "natürlich" verblichene einzelfälle bei solchen (musik-) großveranstaltungen, so wie letztes jahr beim Pukkelpop Festival oder heuer in Roskilde bzw. Glastonbury. dagegen gibt es keine versicherung, keine ordnerkräfte und auch keine guten vorsätze.
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in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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