Samstag, 20. Dezember 2008

In - Concert - Schwemme

the-doors


also generell mag ich, wie bereits bekannt sein dürfte,
livemitschnitte. vor allem wenn sie authentisches gefühl
vermitteln und es nicht der zusammenschnitt einer ganzen
tour ist - der beste song von jedem konzert oder so.
doch manche künstler und/oder label übertreiben es mit dem
ganzen. PEARL JAM, die zuletzt von jedem auftritt eine aufnahme
angeboten haben (um illegale veröffentlichungen zu unterbinden),
NEIL YOUNG, der schon wieder einen konzertlongplayer ("sugar
mountain") dem weihnachtsmann unter den arm klemmt, THE
ROLLING STONES, bei denen schon jeder zweite output von der
bühne kommt, THE DOORS, die in ermangelung an mitgliedern
(und ideen) nur mehr in concert releases aufbieten (aktuell "live
at the matrix") oder auch THE GRATEFUL DEAD, von denen immer
mal eine darbietung aus dem angeblich 3500 stück schwerem
archiv geholt wird (heuer "egypt 1978"), trotzdem die band zu
"lebzeiten" eigene bereiche für privatmitschnitte anbot - um nur
einige zu nennen.
wer braucht wirklich jeden song x-mal, in jeder version und mit
jedem möglichen akkordfehler? da laß ich mir noch einreden, wenn
jemand bei besagtem auftritt im publikum war und das ganze als
souvenir betrachtet bzw. weil diese person nach dem zweiten
lied bereits "zugabe" rief und dies dokumentiert haben möchte.
meine wenigkeit kauft sich um dieses geld lieber das studiowerk
eines acts, welches ich noch nicht im regal habe.
wenn musiker bereits länger im geschäft sind, die auftritte ein
erlebnis vermitteln, dann kann die sammlung durchaus eine
konzertaufzeichnung vertragen - ja gehört eigentlich sogar dazu.
doch mehr live als studio ist eher lächerlich sowie unnötig.

natürlich ist es für labels als auch künstler leichtes geld, wenn
man bänder, die ohnehin im archiv verstauben oder beim umzug
gefunden werden (THE CLASH - "live at shea stadium"), in form
von tonträgern auf dem markt wirft. andererseits, ein während
der laufenden tour am mischpult angeschlossenes aufnahmegerät,
ist auch keine hexerei.
eine gewisse käuferschicht scheint ja durchaus vorhanden, der
kartenmarkt ist ein boomender, weihnachten kommt auch alle jahre
wieder und so liegt es auf der hand, daß man versucht diesem
produkt neues leben einzuhauchen bzw. die kuh solange zu
melken wie sie milch gibt. jeder stimmt selbst mit wieviel der
markt verträgt.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Rauhe Sitten

metal


daß es in der metal-szene härter zugeht, ist allseits bekannt.
diese branche ist nichts für weicheier. gespenstisches auf-
treten, theaterblut als auch verkehrt aufgehängte kreuze, sind
noch das geringste problem. brennende kirchen sowie gewalt
gegen musikalische konkurrenten waren einst in der norwe-
gischen death metal szene gang und gäbe. selbstmord, kanni-
balismus, leichenschändung, tieropfer, schwarze messen und
rechte einflüsse gehören allgemein dazu wie einst bed-ins oder
anti-kriegs-demonstrationen zur hippie-bewegung.
kürzlich gab es in genua ein neues kapitel der dunklen seite des
genres. Cristina Balzano, die 19-jährige sängerin der italienischen
heavy metal band SOUL CRY, fügte dem 16-jährigen gitarristen
dieser formation, A. D. , mehrere stichwunden mit einem küchen-
messer zu.
zum eklat kam es während einer session im proberaum der gruppe.
das opfer griff, laut italienischen medien, während eines songs
mehrmals die falschen akkorde, was wiederum die vokalistin zur
wahnsinnstat trieb. sie beendete die zweifelhafte darbietung des
"saiten-virtuosen" mit dem jausenmesser. A. D. landete daraufhin
auf der intensivstation. die sängerin wurde wegen mordversuchs
angeklagt, ihr baßzupfender bruder konnte einer einvernahme der
polizei nicht entgehen.
der weg zum erfolg ist definitiv kein honiglecken, professionelle
einstellung die halbe miete und daß man für die kunst leiden muß
ist, wie hiermit schmerzhaft bewiesen, mehr als eine worthülse.

Freitag, 5. Dezember 2008

Across The Mamma Mia Universe

across-the-universemamma-mia


ja gut, ich war wahrscheinlich der letzte, welcher nun die ver-
filmung der Abba-huldigung MAMMA MIA! gesehen hat. die um-
stände waren mir natürlich bekannt; rund um die allseits beliebte
musik des schwedenvierers wurde ein musical erschaffen, das
weltweit die massen begeisterte und zu guter letzt auch verfilmt
wurde.
doch als ich besagten jetzt sah, stellte sich (mir) sofort die verbin-
dung zu einem anderen musical-film her, der ebenfalls auf der musik
eines quartetts aufgebaut ist - nämlich die The Beatles hommage
ACROSS THE UNIVERSE. lustig, daß bei beiden streifen frauen im
regiestuhl saßen.
Julie Taymor lenkte, wenn man den "behind the scenes" dokumenta-
tionen glauben darf, das "universe-ensemble" mit solch leidenschaft,
daß man sie dafür direkt hätte küssen wollen. bei ihrem gegenpart,
Phyllida Lloyd, müßte man eher angst haben, sie würde einem die
lippen aufbeißen. britische unterkühltheit wie sie im drehbuch steht,
offenbaren die blicke ins innere der produktion.
vom thema her geht es bei beiden werken in erster linie um die liebe.
MAMMA MIA! mit schauplatz griechenland, marke sommer, sonne,
urlaubsgefühl, ACROSS THE UNIVERSE spielt im amerika während
des vietnamkrieges und beschwört den kriegsprotest. wo erstge-
nannter entfernt an "grease" erinnert, orientiert sich letzterer an
"tommy".
Taymor´s regiearbeit offenbart die besseren bilder, ideen sowie ein
klares plus an sangesleistung. das ganze rockt einfach mehr!
MAMMA MIA! wiederum wartet mit einer hochkarätigen besetzung
auf, doch geht die post erst so richtig während des abspanns los.
da sieht man dann auch kurz Abba-viertel Björn Ulvaeus im kreise
des chors. bei ACROSS THE UNIVERSE ist keiner der noch lebenden
Beatles zugegen, dafür tauchen Joe Cocker sowie Bono auf.
der handlungsfaden ist bei beiden veröffentlichungen äußerst dünn
und die dialoge überbrücken nur die wartezeit auf das nächste lied.
herausragende schauspielerische leistung sucht man vergebens.
was würde bleiben, wenn man beiden arbeiten die musik entziehen
würde?
das dicke ende hatten auf jeden fall Björn & Benny für sich.
MAMMA MIA! war weltweit in allen variationen ein hit, wogegen
ACROSS THE UNIVERSE (meines wissens) bei uns nicht mal im
kino lief und der dvd-release unter der ladentheke stattfand.
trotzdem würde ich musikfreunden beide filme ans herz (oder
den weihnachtsbaum) legen.

Sonntag, 30. November 2008

Sprachbarrieren

peter-gabriel


meiner-einer kauft sich die tickets für konzerte meist rechtzeitig,
um dann nicht vor dem "ausverkauft-schild" zu stehen. wenn ich
lese, daß dieser oder jener act kommt, besorge ich mir bis zu vier
monaten vorab die karten, um enttäuschungen zu vermeiden. die
kommen am ende nie wieder, oder in eine größere location, wo
dann das gesamterlebnis dürftiger ausfällt. je intimer desto besser.

zuletzt hatte ich einige zeit im voraus die billetts für The Rascals -
da war dann der clubgig nur zu ein drittel voll - oder Fleet Foxes -
die halle war halb leer - das konnte ich dann fast nicht glauben.
diese bands rollen gerade richtig an, haben dieses jahr tolle debüts
abgeliefert. The Rascals sänger Miles Kane ist nebenbei noch teil
der beeindruckenden Last Shadow Puppets, die Fleet Foxes wieder-
um hauchen harmoniegesängen à la Crosby, Stills, Nash & Young
oder The Mamas & The Papas neues leben ein - und kaum wer geht
hin.
dafür waren die auftritte von Kettcar (obwohl heuer bereits mehr-
fach präsent), Tomte (immer wieder zugegen) sowie Peter Fox
(mit oder ohne Seeed anscheinend eine bank) schon lange vorher
ausverkauft.
ist deren musik soviel besser und ich höre es nicht, oder liegt es
an der verständlicheren sprache und der damit besseren identi-
fikation des geneigten zuhörers? von garantierten verkaufserfolgen
wie Die Toten Hosen als auch Die Ärzte gar nicht zu schreiben,
diese sind längst etabliert. haben somit auch eine großzahl an fans,
welche einen auf dauerabo machen. doch dieses stammpublikum
muß auch erst erspielt werden und ohne sprachbarrieren geht dies
wohl leichter.
The Beatles wußten schon, warum sie lieder auch in deutsch auf-
nahmen bzw. Peter Gabriel ganze alben in dieser sprache veröf-
fentlichte. oft wurde dabei auf biegen & brechen gereimt.
in den 80ern waren auch deutsche textbeilagen sowie songtitel
ein beliebtes marketingmittel. heutzutage können die anglo-amerika-
nischen künstler maximal mit ein paar worthülsen in der landes-
sprache punkten.

Freitag, 21. November 2008

Spekulationen

members


daß musiker sich die produktion eines longplayers mittels
fanbasis finanzieren, hat es ja vereinzelt bereits gegeben.
im gegenzug erhalten die gönner spezielle ausgaben des
geförderten produkts.
nun kann man seit august, zumindest als uk-bürger, auch
aus (teilweise) wirtschaftlichen gründen in musikalische
projekte investieren. die plattform BANDSTOCKS vermittelt
"geschäfte" zwischen hungrigen, jungen künstlern und
interessierten, risikofreudigen publikum. das motto lautet -
"fans invest : artists take charge" - und ab 10.- gbp ist man
dabei.
der produktive teil der partnerschaft soll somit mehr kontrolle
über seine entwicklung und trotzdem hilfe bei der produktion
erhalten, direkteren fankontakt haben, einen größeren anteil
am kuchen erzielen aber die rechte an seiner arbeit wahren.
nur den vertrieb für den vollendeten tonträger müssen sie sich
selbst suchen.
die investierwilligen wiederum, können mittels abstimmung aus
einer liste von werbern jene projekte auswählen, welche für sie
von interesse sind. infolge bleiben sie auch während des
arbeitsprozesses am ball, haben zugriff auf das fertige produkt
via gratis-download, verfügen über das recht zum kauf von
signierten limited editions, erhalten eventuelle einladungen zu
speziellen auftritten sowie anteile an den netzumsätzen plus
der namentlichen erwähnung in den credits.
die gewinner des ganzen sind; erstens die künstler - sie erhalten
leichter und mit weniger risiko eine starthilfe.
zweitens die leute hinter der plattform - ihnen bleiben, neben einem
anteil an den bezahlten downloads, die publishing-, touring- und
merchandise-rechte sowie, für bis 5 jahre nach veröffentlichung,
jene an den aufnahmen. wirklich rentabel ist alles natürlich nur bei
erfolg.
den geldgebern bleibt, außer dem olympischen gedanken, wohl
kaum etwas, sofern nicht ein act auf den man gesetzt hat voll
durchstartet. hierbei würde zumindest die limitierte ausgabe
massiv an wert gewinnen, denn mit erträgen aus bezahlten
downloads machen nicht mal etablierte formationen gute gewinne.
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in jeder hinsicht, denn vinyl kann man theoretisch auch ohne strom- oder batteriebetrieb abspielen. es würde, rein mechanisch, sogar mit dem eigenen fingernagel funktionieren. probiert das mal mit einer cd, dvd oder mp3. oder eines der genannten formate rückwärts abzuspielen und dann auch noch die teuflische botschaft verstehen. viel vergnügen!

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