Perlentaucher Nr. 8

künstler: THE FOUR HORSEMEN
album: Nobody Said It Was Easy
THE FOUR HORSEMEN hatten gute voraussetzungen für
eine karriere. plattenvertrag bei Def American und ihr erster
longplayer wurde vom chef höchstpersönlich produziert -
Rick Rubin. doch die besagte lp erwies sich verkaufsmäßig
gesehen als rohrkrepierer. dies führte dazu, daß der fünfer (!)
kurze zeit später auch schon wieder vertragslos war.
jetzt könnte man den guten Rick eigentlich fragen, ob er je
etwas von "artist development" gehört hat. doch erstens
würde er sich wahrscheinlich nicht mehr erinnern (weed,
weed, nur du allein) und zweitens wäre dies nur die halbe
wahrheit.
gitarrist (Stephen) Haggis spielte in den 80ern in bands wie
Zodiac Mindwarp And The Love Reaction oder The Cult und
ging ende des jahrzehnts nach los angeles, wo er mit Frank C.
Starr (gesang), Dave Lizmi (gitarre), Ken Montgomery (schlag-
zeug) und Ben Pape (baß) THE FOUR HORSEMEN gründete.
gemeinsam frönte man dem klassischen, old style rock, heutzu-
tage als retrorock schubladisiert. sie nahmen 1990 eine selbst-
produzierte, geradlinige ep auf und tourten sich damit den arsch
ab. auf daß sicherten sie sich den eingangs erwähnten deal mit
dem damals total angesagtem Def American label, heimat von
Danzig oder The Black Crowes.
die veröffentlichung von "nobody said it was easy" erfolgte im
september 1991 und beinhaltete musik der marke southern rock /
boogie / hard rock, welche förmlich zum luftgitarrespielen einlud.
Lizmi lieferte sich immer wieder gitarrenduelle mit Haggis und Starr
sang zeitweise als wäre er der kleine cousin von Bon Scott sowie
Brian Johnson. songs wie "let it rock" oder "lookin´ for trouble"
würden auf jede AC/DC langrille passen und "moonshine" bzw.
"i need a thrill/somethin´ good" wären auch Lynyrd Skynyrd gut
zu gesicht gestanden. auch den kritikern tat der output durchaus
gefallen, doch noch besser machten sich die diversen entgleisungen
der musiker in der (klatsch-)presse.
drogendelikte, gefängnisaufenthalte, verletzungen der bewähr-
ungsauflagen und schlußendlich der tod von drummer Montgomery
im jahre 94 durch überdosis, welche zur endgültigen auflösung
der band führte. Def American hatte bereits ca. 1.5 jahre nach
dem signing das vertrauen in das quintett verloren, was die
auflösung der geschäftsbeziehung zur folge hatte. der lebens-
stil von THE FOUR HORSEMEN hatte wohl einen deut zuviel
rock & roll.
in `96 gab es ein comebackalbum bei einer anderen firma sowie
mit differierender besetzung. nur Lizmi und Starr waren von den
"original-reitern" übriggeblieben. letzterer wurde kurz bevor "gettin´
pretty good at barely gettin´ by" in die läden kam von einem alko-
holisierten autofahrer niedergestoßen, fiel ins koma und starb
mitte `99.
die gruppe (als solches) segnete noch vor ihm das zeitliche.
seltsam, aber so steht es geschrieben.
turntable - 30. Mär, 16:33
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