Top - 5 - NDW - Alben
Neue Deutsche Welle - dieser "slogan" tauchte erstmals ende der
siebziger in einem artikel über brd punkbands im deutschen sounds-
magazin auf. inspiriert vom uk punk und in folge vom post-punk und
dessen do it yourself gedanken, bzw. new wave, agierten bands
wie Abwärts, DAF, PVC oder Nina Hagen Band im untergrund, ab-
seits von hitparaden und big business.
die musik war international inspiriert, doch die texte waren deutsch.
als die bewegung immer größer wurde starteten die großen platten-
firmen anfang der 80er die erntemaschinen, übernahmen den begriff
NDW als etikett und verpflichteten alles was vermarktbar schien.
musiker die nicht mitzogen blieben auf der strecke. spaßig, fetzig,
frech, dilettantisch war die devise. auch international wurde man
auf diesen "german new wave" aufmerksam.
nachdem im gesamtdeutschen (sprach-)raum alle felder beackert
waren, fast jeder gesigned wurde der ein instrument halten konnte,
begann, ob des überangebots an billiger ware, der kahn zu lecken.
ende 84 war der spuk praktisch vorbei. aus der Neuen Deutschen
Welle wurde das tote meer.
natürlich gab es pre-punk bereits erfolgreiche bands aus deutschland
wie z.b. Can, Neu, Kraftwerk oder Ton Steine Scherben und die ver-
ebbende welle war nährboden zur etablierung von künstlern wie
BAP, Grönemeyer, Westernhagen, usw., doch den aufkleber NDW
wollte keiner mehr.
nach etwas abstand fanden in den 90ern nostalgie-clubbings wieder
vermehrt zulauf und songs wie "eisbär", "rosemarie", "die sennerin
vom königssee", "sommersprossen" oder "ich will spaß" füllen auch
heute noch einschlägige tanzflächen.
die ganze bewegung war bezüglich tonträger eher singles-orientiert.
alben hielten selten die versprechen der vorboten. hier sind 5 long-
player aus der blütezeit, die mehr als nur füllmaterial enthielten;

1) Fehlfarben - monarchie und alltag
deutsche vorstadtträume zwischen tanzwut und depression.
textmäßig reifer als der großteil, servieren sie politfunk der in
die beine geht. anfangs noch mit eigenem label, wurden sie,
wie damals üblich, in bausch und bogen von einem major über-
nommen. eine der wenigen bands die auch heute noch (wieder)
produktiv sind.

2) Falco - einzelhaft
in den himmel gehoben, am scheiterhaufen verbrannt und nach
dem tode heilig gesprochen. typisch österreichisches schicksal,
das auch dem pionier der heimischen rapszene nicht erspart blieb.
nach lehrjahren im kabarett-rock veröffentlicht Johann Hölzel 1982
seinen soloerstling "einzelhaft", der zu 50% dem produzenten und
soundtüftler Robert Ponger "gehört". der falke wird einer der we-
nigen NDW protagonisten von internationalem zuschnitt.

3) Extrabreit - ihre grössten erfolge
der 5er aus hagen machte powerpop mit geilen texten, wurde
spaßhalber gerne mit Status Quo verglichen und nannte sein
debüt großkotzig "ihre grössten erfolge". nach 3 alben waren
alle riffs verbraucht und sie versuchten sich krampfhaft neu
zu orientieren. konnten aber das rad der zeit nicht mehr zurück-
drehen.

4) Spliff - 85555
hier waren die ansprüche etwas höher als verschossen mit
sommersprossen zu reimen und der rockeinfluß unüberhörbar.
die ehemalige Band von Nina Hagen kam 1980 als Spliff Radio
Show zurück und wurde schließlich zu Spliff. sänger Manfred
Praeker wurde von den fans gerne als deutscher Mick Jagger
bezeichnet. hatten ihre basis in der "fabrik rakete", einem biotop
der bewegung.

5) Nena - gleicher titel
das deutsche fräuleinwunder war eigentlich nur die sängerin
des quintetts, doch die lady mit der (damals) dezenten achsel-
behaarung überstrahlte alle. von Spliff entdeckt und Jim Rakete
gemanagt wurde sie/die band zum megaseller. diese lp besticht
durch unbekümmertheit, vielseitigkeit, gutes zusammenspiel und
souveräne produktion. frau Kerner ist auch heute noch/wieder
im geschäft, der rest der gruppe verschwand mit auflösung aus
dem rampenlicht.
siebziger in einem artikel über brd punkbands im deutschen sounds-
magazin auf. inspiriert vom uk punk und in folge vom post-punk und
dessen do it yourself gedanken, bzw. new wave, agierten bands
wie Abwärts, DAF, PVC oder Nina Hagen Band im untergrund, ab-
seits von hitparaden und big business.
die musik war international inspiriert, doch die texte waren deutsch.
als die bewegung immer größer wurde starteten die großen platten-
firmen anfang der 80er die erntemaschinen, übernahmen den begriff
NDW als etikett und verpflichteten alles was vermarktbar schien.
musiker die nicht mitzogen blieben auf der strecke. spaßig, fetzig,
frech, dilettantisch war die devise. auch international wurde man
auf diesen "german new wave" aufmerksam.
nachdem im gesamtdeutschen (sprach-)raum alle felder beackert
waren, fast jeder gesigned wurde der ein instrument halten konnte,
begann, ob des überangebots an billiger ware, der kahn zu lecken.
ende 84 war der spuk praktisch vorbei. aus der Neuen Deutschen
Welle wurde das tote meer.
natürlich gab es pre-punk bereits erfolgreiche bands aus deutschland
wie z.b. Can, Neu, Kraftwerk oder Ton Steine Scherben und die ver-
ebbende welle war nährboden zur etablierung von künstlern wie
BAP, Grönemeyer, Westernhagen, usw., doch den aufkleber NDW
wollte keiner mehr.
nach etwas abstand fanden in den 90ern nostalgie-clubbings wieder
vermehrt zulauf und songs wie "eisbär", "rosemarie", "die sennerin
vom königssee", "sommersprossen" oder "ich will spaß" füllen auch
heute noch einschlägige tanzflächen.
die ganze bewegung war bezüglich tonträger eher singles-orientiert.
alben hielten selten die versprechen der vorboten. hier sind 5 long-
player aus der blütezeit, die mehr als nur füllmaterial enthielten;

1) Fehlfarben - monarchie und alltag
deutsche vorstadtträume zwischen tanzwut und depression.
textmäßig reifer als der großteil, servieren sie politfunk der in
die beine geht. anfangs noch mit eigenem label, wurden sie,
wie damals üblich, in bausch und bogen von einem major über-
nommen. eine der wenigen bands die auch heute noch (wieder)
produktiv sind.

2) Falco - einzelhaft
in den himmel gehoben, am scheiterhaufen verbrannt und nach
dem tode heilig gesprochen. typisch österreichisches schicksal,
das auch dem pionier der heimischen rapszene nicht erspart blieb.
nach lehrjahren im kabarett-rock veröffentlicht Johann Hölzel 1982
seinen soloerstling "einzelhaft", der zu 50% dem produzenten und
soundtüftler Robert Ponger "gehört". der falke wird einer der we-
nigen NDW protagonisten von internationalem zuschnitt.

3) Extrabreit - ihre grössten erfolge
der 5er aus hagen machte powerpop mit geilen texten, wurde
spaßhalber gerne mit Status Quo verglichen und nannte sein
debüt großkotzig "ihre grössten erfolge". nach 3 alben waren
alle riffs verbraucht und sie versuchten sich krampfhaft neu
zu orientieren. konnten aber das rad der zeit nicht mehr zurück-
drehen.

4) Spliff - 85555
hier waren die ansprüche etwas höher als verschossen mit
sommersprossen zu reimen und der rockeinfluß unüberhörbar.
die ehemalige Band von Nina Hagen kam 1980 als Spliff Radio
Show zurück und wurde schließlich zu Spliff. sänger Manfred
Praeker wurde von den fans gerne als deutscher Mick Jagger
bezeichnet. hatten ihre basis in der "fabrik rakete", einem biotop
der bewegung.

5) Nena - gleicher titel
das deutsche fräuleinwunder war eigentlich nur die sängerin
des quintetts, doch die lady mit der (damals) dezenten achsel-
behaarung überstrahlte alle. von Spliff entdeckt und Jim Rakete
gemanagt wurde sie/die band zum megaseller. diese lp besticht
durch unbekümmertheit, vielseitigkeit, gutes zusammenspiel und
souveräne produktion. frau Kerner ist auch heute noch/wieder
im geschäft, der rest der gruppe verschwand mit auflösung aus
dem rampenlicht.
turntable - 3. Dez, 00:28






Leider verließ Peter Hein nach dieser LP die ff, da er einen job bei xerox annahm, mittlerweile ist er glaub ich wieder aktiv dabei.
"Es liegt ein Grauschleier über der Stadt, den meine Mutter noch nicht weggewaschen hat." !!! Hier und jetzt, Grauschleier, Das sind Geschichten, Militürk, Angst, Paul ist tot...
Ich glaub die Gruppe entstand ursprünglich aus der Punkformation Mittagspause (Düsseldorfer Szene), und war natürlich sofort "geächtet" als sie bei EMI unterschrieb.
Mit Einzelhaft bin ich ebenso einverstanden. Die beste Falco Platte (sollt ich mal wieder hören), neben Junge Römer (auch Ponger-produziert). Einige Jahre später (1990 oder 91) arbeiteten sie auf "Date de Groove" nochmal zusammen, ohne (kommerziellen) Erfolg. Den Kommissar bot Ponger ursprünglich glaube ich Bilgeri an, doch dieser lehnte (gottlob) ab.
Extrabreit kenn ich nicht wirklich, und Spliff nur aus Nina Hagen Zeiten. Ist das die Platte wo "Carbonara" drauf ist?
Also Monarchie & Alltag auf P1 ist die einzig richtige Wahl bzw. die einzige Option die ich akzeptiere. ;) Ansonten möcht ich DAF - "Alles ist gut" anmerken (eine andere Lieblingsplatte von mir, wär bei mir wohl gleich auf P2). Die Vorgängerplatte ("Die Kleinen und die Bösen") war noch ziemlich anders (experimenteller, avantgardistischer, dilettantischer - wie auch immer), die Nachfolgeplatte ("Gold und Liebe") eher eine Art Aufguß von Alles Ist Gut. In DAFs Anfangszeiten (lange bevor man mit Gabi Delgado und Robert Görl nur noch ein Duo war), spielte übrigens Michael Kemner am Bass, der später bei den Fehlfarben dabei war.
lg
"junge römer" von Falco mag ich ebenfalls.
bezüglich Spliff; ja es ist die platte mit "carbonara", welches ich als vielleicht schwächste nummer des albums bezeichnen möchte. es ist aber auch am meisten "abgenudelt".
Nina Hagen Band war ohnehin toll und Spliff Radio Show mochte ich auch.
Extrabreit solltest du mal checken. die ersten drei alben - "ihre grössten erfolge", "welch ein land-was für männer" und "rückkehr der phantastischen 5" sind gut.
DAF finde ich auch toll, doch waren sie, meiner meinung nach, nicht repräsentativ für die bewegung im öffentlichen sinn. im gegenteil, sie waren die anti-NDW.
sie waren davor schon da und danach auch noch. ließen sich aber davon mittragen. sie kreuzten immer wieder meine gedanken, doch fand ich sie für diese wertung nicht passend.
danke für deinen beitrag.
Ganz Düsseldorf war geächtet
Düsseldorf - Edelpunker
Hamburg - Schläger&Rockerpunker
Berlin - Assipunker
Rest von Deutschland - Provinz
Ach ja und natürlich: alle gegen alle - wie schon Slime dann irgendwann resumierend texten taten
Lesenswert: Verschwende deine Jugend - auch wenn der Autor seine grossartige Idee des Interviewromans in Wahrheit von Please Kill me geklaut hatte. Buch ist trotzdem gut.
Peter Hein kehrte Jahre nach der M&A wieder zurück, nachdem er den Job bei Xerox quittiert hatte... aber was dann kam, die "Platte des himmlischen Friedens" Anfang der 90er und Jahre danach dann nochmals was, an das ich mich konkret aber nicht erinnern kann&mag...
... hatte vor allem textlich nie wieder das Niveau... oder besser gesagt: die einzigartige Klasse von M&A erreicht. Leider.
Mittagspause waren in der Tat der Vorläufer - und textlich bereits das Niveau von Fehfarben zu ihrem Erstling erreicht - nur waren die Texte noch etwas konkreter und deswegen ... leichter vergessbar *schmunzel
jedenfalls: super platte, auch nach 50 mal durchhören...
Fehlfarben (teil 1) stieg und fiel mit dem gemeinhin als NDW bezeichneten phänomen. stimme aber zu, daß die band über dem niveau lag, welches die bewegung ausmachte. nebenbei bemerkt war "es geht voran" einer der hits der szene.
habe Fehlfarben (teil 3?) leider erst anfang 03 live gesehen, doch sie hatten damals noch pfeffer.
manche bewunderer von Falco werden ihn wahrscheinlich auch nicht dazuzählen, da sie sein schaffen der deutschsprachigen hip-hop-bewegung zuordnen.
für meine wenigkeit waren "monarchie und alltag" sowie "einzelhaft" teile der von mir "mitgemachten" Neuen Deutschen Welle.
habe aber die geschichte (ablauf der ereignisse) nicht geschrieben und freue mich über jede gegenteilige meinung, die mir "vor den latz geknallt wird":-)
Das ist - nochmals betrachet - ein sehr komplexes Thema
1. Künstler, die etwas anders/etwas Anderes/Neues machten
2. Künstler, die einfach nur von der Industrie hochgestampft wurden und denen quasi hochoffiziell der Titel NDW verliehen wurde
3. Künstler, die sich selber da rein katapultierten
Unter die erste Kategorie, die im Zweifel auch deswegen ihren "Erfolg" um das Beispiel der Singleauskopplung von "Ein Jahr" zu nehmen, hatten, weil es eben seinerzeit gerade die NDW gab fallen sicherlich die "Fehlfarben". Wie auch "Foyer des Art". Wie auch Versuche, "Kraftwerk" (seinerzeit) dort mit reinzuziehen. Insofern ist es immer eine spannende Sache mitzubekommen, wer aus welchen Gründen auch immer solche Bands wohin "sortiert" oder sortiert hat *schmunzel
Die zweite Kategorie ist hoffentlich allegemein-akzeptabler: Fräulein Menke z.B. oder die Typen mit "Du ich bau dir ein Schloss - so wie im Mä-ä-ä-rchen" (habe endlich ihren Namen vergessen).
Die dritte Kategorie, da würde ich solche wie die Spider Murphy Gang reinsetzen.
Aber das ist jetzt alles sehr spontan ohne langes Nachdenken, rein nur, weil auch ich sehe, warum jemand der Meinung sein könnte, dass Fehlfarben als NDW angesehen werden könnten.
Für mich sind sie die Folge von Mittagspause und Mittagspause war ganz am Anfang des deutschen Punk, als Punk noch nicht gleichbedeutend mit Punkrock war und eigentlich alles, alles ging.
Abwärts - auch hier erwähnt gewesen. Eine Band, aus der beim Bruch mit der halben Belegschaft die Einstürzenden Neubauten hervorgingen? Und das sei Punkrock?
Yep. Und das war das Faszinierende damals. Dass sich unter dem "Label" Punk alles, was anders d'rauf war, versammeln konnte. Und teilweise auch musste, um einfach so sein zu können, wie man sein wollte.
Aber jetzt schweife ich ab. Sehr.
für leute denen DAF sowie Ideal abgehen habe ich ebenso verständnis.
sollte jemand eine liste posten, in der die Neonbabies, Hubert Kah, Conditors, Rheingold und Nichts vertreten sind - total okay.
Fehlfarben passen zu punkt 1 plus 2, meiner meinung nach, denn sie wurden inklusive eigenes label von der industrie übernommen und ins rennen geschickt.
Kraftwerk hatten zwar einen NDW-hit mit "das model", aber die würde ich beim besten wille nicht dazuzählen. doch in kategorie 2 wäre jede deutsche band gerechtfertigt.
es gibt sicher menschen die Abwärts ebenfalls zur welle zählen (siehe "der westen ist einsam"), ich würde es nicht.
mit dem deutschen punk war es wie mit dem englischen new wave, es versuchten so viele wie möglich darauf platz zu haben.
danke für deine ausführungen, godfather.