Das Beste Aus `12 / Teil 2

das neue jahr beginne ich am 1. jänner immer traditionell mit dem putzen meiner toilette (es bleibt aber nicht bei einer säuberung per anno), um die neuen 12 monate standesgemäß zu begrüßen. dabei mache ich mir so gedanken über dieses & jenes, schlicht was mir in den 365 tagen zuvor so untergekommen ist. zumeist ist es dabei besser, man betätigt einfach den spülknopf, jedoch ist bezüglich des vergangenem filmjahres trotzdem einiges steckengeblieben. dies wird hiermit nochmals bearbeitet, bevor es im zweiten durchlauf den weg alles ausgeschiedenem nimmt. es waren jedenfalls, nach meiner nase, keine herausragenden 12 filmmonate, aber auch nicht unbedingt schlechte. hatte auch das gefühl, daß die leute wieder mehr ins kino gehen. so benötigte ich um den jahreswechsel herum vier versuche um "skyfall" (in originalversion) zu sehen. die filmindustrie hat alle streaming-sites abgewürgt, mit gutem recht, doch wie wäre es mit eigenen? pay per view, ohne endlos auf gnadenhalber veröffentlichte streifen in unseren breiten zu warten bzw. auf einen dvd-release jahre später, weil nun doch kein start in den lichtspielhäusern erfolgt. bei besserem, konsumorientierterem service kann man sich möglicherweise auch das gejammere bezüglich gefährdete, zukünftige produktionen ersparen. man sieht schon, hier stinkt einiges, doch konzentrieren wir uns lieber auf das positive, das beste aus 2012. bei anklicken der titels, wird man zum jeweiligen trailer verbunden.


film des jahres:
cloud-atlas
CLOUD ATLAS
The Wachowski Brothers (nunmehr brother & sister)
fabrizierten in gemeinschaft mit Tom Tyker eine atem-
beraubende hochschaubahn-fahrt durch epochen, hand-
lungsstränge, figuren wie empfindungen, die man wohl
zwei- bis dreimal mitgemacht haben muß, um die gesamte
bahnbreite ausgelotet zu haben. die handlungsebenen
wechselten mitunter so schnell, daß einem/r die augen aus-
trockneten. die angesprochenen drehten einfach, jede einheit
für sich, was ihnen vorschwebte, warfen alles in einem topf
und machten ein omelette surprise daraus. das ganze wirkt
dann wie eine mischung aus "avatar", "the curious case of
benjamin button"und "blade runner". nebenbei bemerkt wäre
es toll, könnte man als special dvd oder blue-ray extra, die
handlungen einzeln abrufen. egal, aufwendig insziniert,
dafür wurde, mehr oder weniger, bei den darstellern/innen
eingespart. die meisten akteure/innen bekleiden mehrere
rollen - die maskenbildner/innen hatten einen full-time job.
ein fest für augen, ohren, hirn.
knapp dran:
Drive
Prometheus


dvd / blue-ray des jahres:
les
LES LYONNAIS int. titel: A Gang Story
böse zungen mögen hier einwenden, dies sei ein "once
upon a time in america" für arme, doch die handlung
beruht auf wahre ereignisse. die besten geschichten
schreibt eben das leben. in diesem fall basiert das ganze
auf die Bande Lyonnais, welche zwischen 1967 und `77
in der region lyon, frankreich ihr räuberisches unwesen
trieb. die authentizität des abgedrehten wurde durch die
(fragwürdige) anwesenheit von Edmond Vidal, dem über-
lebenden kopf der kriminellen, am set garantiert. regisseur
Olivier Marchal lieferte ein top-besetztes, toll insziniertes,
packendes, actionreiches gangster-epos ab, das sich vor
hollywood-produktionen nicht verstecken muß.
knapp dran:
Blackthorn
The Divide


regisseur des jahres:
skyfall
SAM MENDES für Skyfall
er hauchte der angezählten doppel-null, rechtzeitig zum
50-jährigen berufsjubiläum, wieder leben ein. orientierte
sich dabei etwas an Christopher Nolan´s "the dark knight"
verfilmungen, machte das ganze somit etwas bodenständiger,
ehrlicher, glaubwürdiger, brachte es zurück zu den wurzeln.
setzte den haupt-protagonisten in punkto affären etwas auf
sparflamme, dafür durfte dieser mit frau chefin eine landpartie
unternehmen. übrigens heißen die (jungen) ladies nunmehr
Bond women anstatt girls. als draufgabe verkörperte Javier
Bardem einen bösewicht, der etwas an Hannibal Lecter er-
innerte. da sich der richtungswechsel am regiestuhl offensicht-
lich bewährt hat, könnte man die drehung das nächste mal
eventuell mit David Fincher oder Quentin Tarantino fort-
setzen.
knapp dran:
Ben Affleck für Argo
Drew Goddard für The Cabin In The Woods


schauspielerin des jahres:
marilyn
MICHELLE WILLIAMS für My Week With Marilyn
die in kalispell, montana, u.s.a. geborene, erlangte erste
bekanntheit durch die fernsehserie "dawsons creek" und
legte via rollen in "brokeback mountain" oder "blue valentine"
bereits talentproben ab. diesmal verkörperte sie Norma Jeane
Mortenson, besser bekannt als Marilyn Monroe, dermaßen
gut, daß man ihr die rolle voll abnahm. man dachte sich, so
müsse sie gewesen sein. all die fröhlichkeit, leichtigkeit sowie
überdrehtheit auf der einen seite und das drama, die unsicher-
heit als auch depression auf der anderen, kam durch Michelle´s
mimik wie gestik zum ausdruck. man konnte sich vorstellen, was
die anziehungskraft der dargestellten ausmachte und wäre ihr
wohl selbst verfallen.
knapp dran:
Meryl Streep für The Iron Lady
Morgana Davies für The Hunter


schauspieler des jahres:
tinker
GARY OLDMAN für Tinker Tailor Soldier Spy
der geborene londoner bewies abermals, daß er mehr kann
als bloß ein helfer von Batman zu sein bzw. mit Harry Potter
rumzuzaubern. aus einem ensemble welches bewies, wahre
schauspielkunst kommt auch nachhaltig ohne spezial-effekte
oder computer-animationen aus, ragte er heraus. verkörperte
den trockenen, britischen kammerjäger, der den maulwurf be-
sonnen wie beharrlich hinterherjagt und ihn schlußendlich
zur strecke bringt, mit bravour. bewundere ihn schon lange,
doch die letzten jahre versank er zu sehr im beliebigen, wenn
auch zumeist erfolgreichen, mainstream. da blieb seine oft
exzessive darstellkunst auf der strecke.
knapp dran:
Michael Fassbender für Shame
Gérard Lanvin für Les Lyonnais


soundtrack des jahres - score:
carter
JOHN CARTER von Michael Giacchino
der im riverside township, new jersey, u.s.a. geborene
45-jährige ist, trotz seiner relativ jungen jahre, den alten
soundtrack-hasen auf den fersen. diese film-komposition
schrieb der halbe italiener in tradition der alten (klassik-)
meister aus der heimat seiner vorfahren. symphonisch-
dramatisch, treibend, flehend, erlösend. ein fesselnder
(musik-) epos, auch ohne den nicht unbedingt überragen-
den streifen. Giacchino begann mit musik für videospiele
sowie tv-serien ("lost") und war 2012 in unserer region
auch noch mit arbeiten für "ghost protocol", "super 8"
plus einen kleinbeitrag zu "50/50" vertreten. nächstes
jahr rast er mit "star trek into darkness" auf uns zu.
knapp dran:
Beasts Of The Southern Wild von Dan Romer & Benh Zeitlin
Haywire von David Holmes


compilation:
django
DJANGO UNCHAINED - Various Artists
die zusammenstellungen für Tarantino-filme kann man
eigentlich immer kaufen, ist er doch selbst musikfan, da
kommt nichts schlechtes auf den teller. maximal, daß man
einige tracks bereits sein/ihr eigen nennt. auch für seinen
neusten hit hat er wieder in den archiven gewühlt und
arrangierte eine (schlacht-) platte mit musik von spaghetti-
western sowie blaxploitation-streifen plus garnierung mittels
u.a. Jim Croce oder John Legend. der film dazu steht in
unseren breiten kurz davor anzulaufen. mit dieser compi-
lation kann man sich schon mal die ohren spitzen sowie
die augen öffnen.
knapp dran:
Lawless - various artists
50/50 - various artists


filmische enttäuschung des jahres:
cosmopolis
COSMOPOLIS
ein gefühlloser, sinnloser gehirnfick, nach dem man sich
weder befriedigt noch erleichtert fühlt. der eine/m mit
schalem nachgeschmack sowie geistiger leere zurückläßt.
hätte man sich sparen können! was die schauspielerische
leistung betrifft hat man das gefühl, der demoversion eines
ersten, textlichen durchlaufs in irgendeinem container bei-
zuwohnen, wobei die kulissen nachträglich eingfügt wurden.
es scheint als wären cast & crew auf downers gewesen, beim
zusehen macht sich depression breit. regisseur David Cronen-
berg schrieb das skript angeblich in 6 tagen, man wünschte er
hätte sich mehr zeit gelassen. die filmische aufarbeitung der
geplatzten finanzblase, welche in letzter zeit cineastisch auf
uns einprasselte, war ohnehin nicht zum aushalten. von
Oliver Stone über John Wells bis eben zu Cronenberg.
steckt die kröten in eure socken oder zieht sie euch durch
die nasenflügel, anstatt sie windigen finanzhaien anzu-
vertrauen, jedoch verschont uns mit euren rache-ergüssen.
knapp dran:
The Avengers
Magic Mike

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